Volle Rückendeckung für Open-Air-Kino in Maulbronn
Maulbronn
Stadtrat Neugebauer betont mit Blick auf die Anwohner im Klosterhof, dass wegen des Lärmpegels eine gute Kommunikation wichtig ist.
Bürgermeister Felchle: „Es muss möglich sein, meine Stimme hat es.“ Foto: Disselhoff
Maulbronn. Die Stadt Maulbronn hat seit einiger Zeit einen Jugendgemeinderat. Dort wird nicht „nur“ diskutiert, sondern auch konkrete Politik gemacht. So hat das Gremium beispielsweise die Durchführung eines Open-Air-Kinos im Klosterhof für den Sommer beantragt. Die Idee, für die Jule Koschnike als Vorsitzende des Jugendgemeinderats zusammen mit ihrem Stellvertreter Philipp Jakovleski am Mittwoch im Gemeinderat um Zustimmung bat, bekam die volle Rückendeckung aller Stadträtinnen und Stadträte. Das Thema ist wegen des zu erwartenden Geräuschpegels heikel. Darauf hatten die Verantwortlichen im Rathaus den Jugendgemeinderat hingewiesen. Nicht ohne Grund hat die Stadt die Zahl der Veranstaltungen, die für die Bewohner des Klosterhofs mit einer Lärmbelästigung einhergehen, auf insgesamt vier Events im Jahr beschränkt. „Eine Open-Air-Kinoveranstaltung im Klosterhof ist zwar tatsächlich zeitlich begrenzt, eine Lärmbelästigung aber vor allem in den Abend- und Nachtstunden vorhanden und nicht vermeidbar – eine Nachtruhe um 22 Uhr wird nicht möglich sein, denn mit der Filmvorführung kann frühestens um 21 Uhr oder 21.30 Uhr begonnen werden“, heißt es in der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat zu dem Thema. Im Rat formulierte es Bürgermeister Andreas Felchle etwas anschaulicher: „Es wird richtig fetzig laut, während des Kinos geht von den Klosterhofbewohnern keiner ins Bett.“ Trotzdem will Felchle das Kino-Erlebnis ermöglichen: „Es muss möglich sein, meine Stimme hat es.“ In den Gemeinderat sei er überhaupt nur wegen der zu erwartenden Störung der Nachtruhe gekommen, so der Rathauschef. „Ich will, dass die Vertretung der Bürgerschaft Stellung bezieht.“ Stadtrat Dr. Till Neugebauer (SPD) sagte, dass man das Open-Air-Kino den jungen Menschen zugestehen müsse. „Wir sollten das mal wagen.“ Die junge Generation sei durch Corona um drei Jahre gebracht worden, merkte er an. Allerdings müsse man das Event gegenüber den Anwohnern gut kommunizieren, so Neugebauer.
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