Kein Ekel vor dem Egel

Maulbronn

Mitglieder der Maulbronner BUND-Kindergruppe betätigen sich als Naturforscher. Team des Ökomobils unterstützt die Teilnehmer bei einer Gewässeruntersuchung an der Salzach.

Hannes und Jan begutachten ihre Funde, die auch auf dem Videobildschirm von Dr. Daniel Baumgärtners Ökomobil zu sehen sind.privat

Hannes und Jan begutachten ihre Funde, die auch auf dem Videobildschirm von Dr. Daniel Baumgärtners Ökomobil zu sehen sind.privat

Maulbronn (pm). „Wer einen Blutegel findet, bekommt einen Preis“, motivierte Dr. Daniel Baumgärtner vom Ökomobil des Regierungspräsidiums Karlsruhe sein junges Forscherteam – und sei sich insgeheim, wie es in einer Mitteilung heißt, bereits sicher gewesen, dass er dieses Versprechen an diesem Nachmittag nicht würde einlösen müssen.

Andererseits: Man weiß ja nie . . . In einer kindgerechten Gewässeruntersuchung, die vom Ökomobil der Karlsruher Landesbehörde fachlich begleitet wurde, beschäftigten sich die Teilnehmer aus der Kindergruppe des BUND Maulbronn mit der biologischen Vielfalt der Salzach. Aufgabe war es, zu erkunden, was im und am Bach kreucht und fleucht. Also wurde fleißig gekeschert, und der Inhalt wanderte schnurstracks in eine weiße Wanne, gefüllt mit Wasser aus der Salzach, um die entdeckten Tiere näher erkunden zu können. Dafür durfte jeder der Teilnehmer und Teilnehmerinnen seine Funde unter einem eigenen Mikroskop in Augenschein nehmen.

Mit der Hilfe von Bestimmungsschlüsseln der beiden Ökomobil-Experten und weiterer Helfer aus dem BUND konnte tatsächlich jeder Forscher früher oder später herausfinden, was er aus der Salzach gefischt hatte. Auf dem großen Bildschirm konnten die Funde unter dem Mikroskop gemeinsam angeschaut werden.

Laut Mitteilung gab es unter anderem einen Bachflohkrebs zu sehen, Köcherfliegenlarven, Wassergeistchen und Eintagsfliegenlarven. Diese, so lernten die Kinder, verbringen Wochen oder gar Jahre im Larvenstadium, und ihr Leben als Fliege ist, wie der Name schon ausdrückt, sehr kurz, weil keine Mundwerkzeuge ausgebildet sind. Da es bei dieser Lebensdauer sehr schwierig sei, erfuhren die Kinder, einen Partner für die Fortpflanzung zu finden, werde bereits im Wasser über einen chemischen Botenstoff das Schlüpfen verabredet. Auch einen Strudelwurm gab es zu sehen; genau gesagt, den „wildblickenden Strudelwurm“. „Der sieht aus wie ein Rochen !“, stellte ein Kind fest. Und dann gab es tatsächlich auch noch einen Egel zu begutachten, wenn auch keinen Blutegel, sondern einen Rollegel. Der frisst tote Tiere und hat acht Augen. Einen Preis gab es dafür leider nicht. Am Ende brachte jeder seine Funde wieder zurück in die Salzach.

Insgesamt, heißt es in der Mitteilung des BUND, hätten die Kinder festgestellt, dass das Wasser in der Salzach eine recht gute Qualität habe. Zum Abschluss wurde noch überprüft, wie viel Regen laut Regenmesser an diesem Tag tatsächlich gefallen war. Es waren nur zwei Millimeter, die sich aber um einiges mehr angefühlt hätten.

Kein Ekel vor dem Egel

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