Ulli Stengel hört bei der SG Roßwag Mühlhausen auf

Lokalsport

Trotz des sportlichen Lockdowns müssen sich die Vereine für nächste Saison rüsten. Das fängt bei der Trainerposition an. Das Mühlacker Tagblatt gibt einen Überblick, wie es in dieser Hinsicht bei den hiesigen Clubs aussieht – dieses Mal im Bezirk Enz-Murr.

Ulli Stengel hört bei der SG auf. Fotos: Archiv

Ulli Stengel hört bei der SG auf. Fotos: Archiv

(Foto: Silas Schüller, Mühlacker Tagbla)

Von Lukas Huber

Enzkreis. Ob in dieser Saison noch einmal ein Amateur-Fußballspiel in der Region angepfiffen wird, ist auch nach den letzten Beschlüssen der Bund-Länder-Runde ungewiss. Und während die Verbände aus Baden (bfv) und Württemberg (wfv) sich mit möglichem Re-Start- beziehungsweise Abbruchsszenario beschäftigen (wir berichteten), richtet sich bei den Vereinen der Blick auf die nächste Runde. Denn obwohl noch keiner weiß, wie sich die Corona-Lage bis zum Sommer entwickelt, müssen die Verantwortlichen die Planungen aufnehmen. Dabei ist die Position des Trainers von zentraler Bedeutung.

Das Mühlacker Tagblatt gibt einen Überblick darüber, wer bei welchem Club im Raum Mühlacker an der Seitenlinie steht und wie der Stand der Planungsstand ist. Nachdem es am Dienstag zunächst um die Teams im Fußballkreis Pforzheim (bfv) ging, sind nun die im Bezirk Enz-Murr (wfv) an der Reihe.

TSV Phönix Lomersheim

„Als Team zum Sieg“, lautet nach Angaben des TSV Phönix das Motto von Simon Roller, der den Bezirksligisten nun schon in der sechsten Saison trainiert. Ob der 46-Jährige allerdings auch in der Spielzeit 2020/21 an der Seitenlinie der Lomersheimer stehen wird, ist noch nicht ganz klar, denn sein Vertrag läuft üblicherweise nur ein Jahr und damit im Sommer aus. Der Verein sei aber daran interessiert, die Zusammenarbeit fortzusetzen, verrät der dritte Vorsitzende Ulrich Rümmelin auf Nachfrage unserer Zeitung. „Für uns gibt es keinen Grund für einen Trainerwechsel“, schließlich stehe die Mannschaft, die 2019 die Meisterschaft in der Kreisliga A3 Enz-Murr feierte, tabellarisch gut da. Aus acht Partien holte sie vor dem Corona-bedingten Abbruch Ende Oktober zwölf Punkte (drei Siege, drei Unentschieden und zwei Niederlagen) und ist Siebter.

Aktuell befinde sich die sportliche Leitung in Gesprächen mit Roller und Führungsspielern. Diese Vorgehensweise sei beim Verein am Wässerle üblich, erklärt Rümmelin, der davon ausgeht, dass die endgültige Entscheidung bis Ende des Monats fällt. Das gilt auch für die Position des Trainers der zweiten Mannschaft (Kreisliga B6 Enz-Murr), die Bernd Common seit Sommer betreut. Auch er soll nach Wunsch des Clubs weitermachen.

SV Iptingen

Ob Martin Weeber auch in der kommenden Saison das Ruder beim A3-Ligisten SV Iptingen hält, darüber wollte Abteilungsleiter Sebastian Rapp noch keine Auskunft geben. Weeber ist seit Sommer 2016 für die Truppe verantwortlich, und nach schwierigen drei ersten Jahren, in denen es gegen den Abstieg ging, gab es am Zwergberg in der vergangenen und dieser Saison oftmals erfrischenden Offensivfußball zu sehen. Insbesondere in der aktuellen Spielzeit vor dem Lockdown spielte die Elf stark auf. In acht Spielen holte sie 18 Zähler und steht damit auf dem dritten Platz. Auffällig ist, dass Iptingen 29 Treffer erzielt hat (drittbester Wert der Liga), dafür aber auch 26 kassiert hat (drittschlechtester Wert). Doch trotz anfälliger Defensive, die Ergebnisse des SVI stimmen in dieser Saison. Daher gibt es sportlich aktuell wohl eher keine Argumente für einen Trainerwechsel.

SG Roßwag Mühlhausen

Bei der Spielgemeinschaft wird es nach der Runde einen Wechsel auf der Trainer-Position geben. „Ulli Stengel hat uns mitgeteilt, dass er nicht weitermachen wird“, sagt Spielleiter Christian Schwab. Der Coach habe dies damit begründet, dass er sich nach fünf Jahren zurückziehen oder eine neue Herausforderung suchen wolle. „Wir hätten seinen Vertrag gerne verlängert“, betont der Spielleiter, dass es keinerlei Differenzen gab und die Trennung auch keine sportlichen Hintergründe hat.

In der Saison 2018/19 feierte die SG unter der Ägide von Stengel die Meisterschaft in der B7-Liga Enz-Murr (jetzt B6), die vergangene Runde, die Corona-bedingt abgebrochen wurde, beendete sie in der A3 auf dem letzten Platz. Weil allerdings keine Absteiger ausgewiesen wurden, bekam das Team eine zweite Chance in der Staffel und nutzte sie, um sich zu stabilisieren: Mit 13 Zählern steht die SG Roßwag Mühlhausen derzeit auf Platz sechs.

Wer das Ruder übernimmt, ist laut Schwab noch nicht vollends entschieden. Gespräche gebe es bereits, aber Vollzug konnte der Verein noch nicht vermelden.

SV Illingen

Drei Jahre lang war Tobias Häfner Trainer des SV Illingen gewesen, ehe im vergangenen Sommer nach der ersten Corona-Pause der Wechsel kam und Sedat Yilmaz die Leitung des Teams übernahm. Und im ersten Monat lief es sportlich auch gut: Ende September, nach vier Partien, stand die junge Truppe des SVI mit sieben Zählern auf dem sechsten Tabellenplatz der Kreisliga A3 Enz-Murr, doch im Oktober gingen von vier Partien – bei einem Unentschieden – drei verloren, so dass die Mannschaft auf den elften Rang abrutschte und sich damit derzeit nur noch ein Pünktchen vor der Abstiegszone befindet. Doch an der Wertschätzung der Verantwortlichen für die Arbeit des neuen Mannes an der Seitelinie ändert die kleine Negativ-Serie vor dem Lockdown nichts. „Wir sind nach wie vor zufrieden mit ihm“, sagt Fußball-Abteilungsleiter Christian Gruica im Namen der SVI-Führungsriege, und auch bei der Mannschaft komme Yilmaz sehr gut an.

Ob er allerdings weitermacht, ist noch nicht gesichert. „Wir haben bereits Gespräche geführt, die Signale sind positiv“, gibt Gruica eine Wasserstandsmeldung ab. „Mit der finalen Entscheidung wollen wir aber noch warten, bis es von Verbandsseite klar ist, wie es mit der Saison weitergeht.“

TSV Großglattbach

Mit der Arbeit von Daniel Fuchs, der die Großglattbacher seit der Spielzeit 2019/20 coacht, ist die Vereinsführung laut dem sportlichen Abteilungsleiter Reinhold Schimpgen „hochzufrieden“. Insbesondere, weil er es geschafft hat, die blutjunge Mannschaft weiterzuentwickeln und sie im oberen Tabellendrittel zu positionieren. Aber nicht nur sportlich, auch menschlich passe alles mit dem Trainer, weshalb der Verein mit Fuchs gerne auch in die kommende Saison gehen möchte, so Schimpgen. Gespräche habe es schon gegeben und die Signale vonseiten des Coachs seien positiv. Eine endgültige Entscheidung stehe aber noch aus. Verlängert werden soll indes auch der Vertrag mit Matthias Gille, der im Sommer vom SV Iptingen kam und die zweite Garde des TSV betreut.

TSV Wiernsheim

Der TSV Wiernsheim hat in der näheren Vergangenheit oftmals stürmische Zeiten erlebt und war sportlich eher mäßig erfolgreich. Nach einer Umstrukturierung beziehungsweise Verjüngung der Mannschaft übernahm Martin „Eule“ Kern, der vorher beim Ligakonkurrenten in Großglattbach tätig war, zur Saison 2019/20 das Ruder – und die sportliche Führung stellt ihm bislang ein sehr gutes Zeugnis aus. „Mit seiner Art kommt er super bei den Jungs an, wir haben eine tolle Kameradschaft im Team“, lobt Fußball-Abteilungsleiter Jochen Straßer, der zuletzt einen großen Zulauf an Spielern zu verzeichnen hatte. „Wir haben inzwischen einen Kader von über 30 Mann.“ Auch die guten Ergebnisse haben sich endlich eingestellt, hat der TSV doch nach holpriger Anfangsphase in der laufenden Runde aus sieben Partien zehn Punkte geholt und steht auf Rang sieben. Insofern soll Kern weitermachen und die junge Truppe weiterentwickeln. Konkrete sportliche Ziele formulieren will der Verein im Hinblick auf die nächste Saison nicht, aber: „Natürlich wollen wir irgendwann in der oberen Tabellenregion anklopfen“, so Straßer.

SV Sternenfels

Seit Sommer 2019 schwingt Jochen Heim den Taktstock beim SV Sternenfels, und das wird auch so bleiben. Bereits Anfang Januar 2020 einigten sich die Club-Führung und der Trainer darauf, den Vertrag, der nach dem ersten Jahr ausgelaufen wäre, bis Sommer 2022 zu verlängern. Er wolle das junge Team langfristig weiterentwickeln, sagte sich der Coach damals.

Die vergangene Saison beendete der SV Sternenfels auf dem elften Platz der Kreisliga B7 Enz-Murr (jetzt B6), aktuell ist die Heim-Elf Siebter mit sieben Punkten aus sechs Begegnungen. Die Club-Führung ist nach wie vor zufrieden mit der Arbeit des Trainers, bestätigt SVS-Spielleiter Felix Burkhardt, der allerdings bedauert, dass wegen der Pandemie in letzter Zeit nicht viele Spiele stattfinden konnten.

Ebenfalls weitergehen wird nach Angaben des Spielleiters indes aller Voraussicht nach auch die Zusammenarbeit mit Fabian Götz, der die Frauenmannschaft betreut. Die spielt in einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Häfnerhaslach zusammen und steht aktuell auf dem achten Rang der Damen-Bezirksliga Enz-Murr.

Das Trainergespann in Lomersheim: Simon Roller (li.) und Assistent Bernd Common.

Das Trainergespann in Lomersheim: Simon Roller (li.) und Assistent Bernd Common.

Sedat Yilmaz vom SV Illingen.

Sedat Yilmaz vom SV Illingen.

Martin Weeber trainiert den SV Iptingen.

Martin Weeber trainiert den SV Iptingen.

(Foto: Friopics)

Martin Kern coacht den TSV Wiernsheim...

Martin Kern coacht den TSV Wiernsheim...

(Foto: Schüller, Mühlacker Tagblatt)

...Jochen Heim den SV Sternenfels.

...Jochen Heim den SV Sternenfels.

Daniel Fuchs vom TSV Großglattbach.

Daniel Fuchs vom TSV Großglattbach.

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