Warum Robert Seethalers „Die Straße“ sein bisher kühnstes Buch ist

Kultur

In seinem neuen Roman verdichtet der österreichische Erfolgsschriftsteller die Geschichten eines Stadtviertels zu einem literarischen Klangraum von eindrücklicher Intensität.

Absolutes Gehör für den Lärm der Zeit

Absolutes Gehör für den Lärm der Zeit

(Foto: Urban Zintel)

Am Ende ist das neue Buch von Robert Seethaler gar kein Roman, sondern eine Partitur. Alles, was darin passiert, verdankt sich der Komposition von Stimmen. Und wie Musik sich in der Zeit entfaltet, hat auch „Die Straße“ einen geradlinigen Verlauf innerhalb der zyklischen Struktur der vier Jahreszeiten. Dem zartbitteren Grundton gemäß, der sich durch das ganze Werk des österreichischen Bestseller-Melancholikers zieht, bildet zwar der Herbst den Ausgangspunkt, allerdings mit einer Referenz an Georg Kreislers moribundes Frühlingslied „Tauben vergiften im Park“. Denn den ersten Auftritt hat ein Junge mit einer Steinschleuder im gelben Morgenlicht über den Dächern des Viertels, auf der Jagd nach dem von einem Knall aufgeschreckten Stadtgeflügel.

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