Walkürenritt durch den Englischen Garten

Kultur

Tobias Kratzer inszeniert „Die Walküre“ bei den Münchnern Opernfestspielen – den Wagner-Mythos zersetzt er mit Ironie.

Hoch zu Ross: Videostill  aus Tobias Kratzers  Inszenierung der „Walküre“

Hoch zu Ross: Videostill aus Tobias Kratzers Inszenierung der „Walküre“

(Foto: Braun, Dahl, Bebi/Bayerische Staatsoper/dpa)

Hat man das schon einmal erlebt? Der martialische „Walkürenritt“ schrillt los, aber das Publikum bricht in lautes Gelächter aus. Auf der Videowand ist das Siegestor zu sehen, „dem bayerischen Heer“ gewidmet. Auf Pferden galoppieren Walküren mit geflügeltem Helm und Speer durch München, aus der Zeit gefallen wie bei einem Monty-Python-Einsatz. Ganz heutig, Innenstadt, Isar, Englischer Garten. Sehr lustig. Allerdings sammeln sie Tote ein, etwa einen gestürzten Fahrradfahrer. Brünnhilde springt mit dem Fallschirm aus einem Hubschrauber vor dem vergitterten Nationaltheater ab, wo im Königssaal die Walküren ihrer Aufgabe nachgehen, nämlich männliche Leichen als Zombie-Krieger für Wotans Heer aufzubereiten. Regisseur Tobias Kratzer, der gastierende Hamburger Opernintendant, zersetzt mit Ironie den Mythos.

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