Nach Störrufen bei der Premiere: So lief die zweite „Meistersinger“-Aufführung

Kultur

Ein Gedicht Paul Celans spaltete bei der „Meistersinger“-Premiere in Stuttgart das Publikum. Wie verlief die Szene bei der zweiten Vorstellung, mit mehr Respekt?

Die deutsche Geschichte wirft in der Neuproduktion von Wagners Oper „Die Meistersinger“ in Stuttgart schwere Schatten. Szene mit Martin Gantner als Hans Sachs

Die deutsche Geschichte wirft in der Neuproduktion von Wagners Oper „Die Meistersinger“ in Stuttgart schwere Schatten. Szene mit Martin Gantner als Hans Sachs

(Foto: Matthias Baus)

Zu Beginn des dritten Akts erklingt in der Stuttgarter Aufführung der „Meistersinger“ Paul Celans Rezitation seiner „Todesfuge“. Bei der Premiere im Opernhaus hatte die unvermittelte Konfrontation mit dem Gedicht, das den Horror des Holocaust zu fassen versucht, zu lauten Reaktionen geführt. Der Wunsch „Aufhören!“ und „Wir wollen Musik!“ erklang aus dem Publikum; für die Störrufe gab es „Nazi“-Konter, Zischen und demonstrativen Gegen-Applaus, „fast ein Tumult in der Staatsoper“, notierte unser Kritiker.

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