„Es ist keine Lösung, Tyrannen zu morden“ - Helga Schubert mag's friedlich

Kultur

Die 86-jährige Schriftstellerin Helga Schubert hält die erste ostdeutsche Schillerrede. Mit einem Hut als Requisit und Schiller als Kompass spricht sie in Marbach auch über eigene Diktaturerfahrungen.

„Es braucht Ermutigung für sich selbst und andere Menschen“, sagt Helga Schubert in ihrer Schillerrede.

„Es braucht Ermutigung für sich selbst und andere Menschen“, sagt Helga Schubert in ihrer Schillerrede.

(Foto: Eddy Zimmermann (Rabauke Filmproduktion))

Das Zitat, das die Schriftstellerin Helga Schubert ihrer Rede vorangestellt hatte, gab den Ton an am diesjährigen Schillersonntag. Es ist ein Ausruf von Wilhelm Tells Sohn aus dem letzten vollendeten Drama Schillers, den Helga Schubert als Motto wählte: „Ei, Vater, sieh den Hut dort auf der Stange.“ Wie’s für Tell und seinen Knaben mit dem Apfel auf dem Kopf weiterging, wissen alle. Aber man durfte gespannt darauf sein, wie die 86-Jährige, die als nüchterne Chronistin des ostdeutschen Alltags bekannt ist, die eigene Diktaturerfahrung mit dem von Schiller beschriebenen Kampf gegen Tyrannei und Willkürherrschaft verknüpfen würde.

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