Die Kunst ist frei – die Oper auch
Kultur
Der Streit um die Uraufführung „Atatürk“ der Stuttgarter Staatsoper nimmt befremdliche Züge an, meint unser Kolumnist.
Das Stuttgarter Opernhaus am Eckensee
(Foto: Staatstheater Stuttgart)
Und da sage noch mal einer, es sei gesellschaftlich völlig irrelevant, was an den Theatern geschieht. Seit die Stuttgarter Staatsoper vor einigen Wochen ihre Pläne für die kommende Saison bekannt gab und auf der Liste der geplanten Premieren auch die Uraufführung „Atatürk. Die Legende von Mustafa Kemal“ zu lesen war, herrscht große Aufregung in den lokalen sozialen Netzwerken. Vertreter und Aktivisten verschiedener Kulturgruppen warnen, mahnen, kritisieren, protestieren, sehen schwerste Konflikte, womöglich gar offene Gewalt am Horizont. Kurden, Griechen, Armenier, linke Türken, rechte Türken plus der entsprechenden urdeutschen Unterstützerkreise – sie alle bezweifeln, dass in der Oper der wahre, der echte, der reale Begründer der modernen Türkei auf die Bühne kommen wird. Und deswegen fordern sie, an dieser Stelle überraschend einig, an der Entstehung und Produktion dieser Oper maßgeblich beteiligt zu werden, wobei es aber noch besser wäre, das zuständige Ministerium würde gleich alles wieder absagen.
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