Die Kamera ist immer dabei – die Händel-Oper „Tamerlano“
Kultur
Das Badische Staatstheater Karlsruhe hat die diesjährigen Händel-Festspiele mit der Barockoper „Tamerlano“ eröffnet.
Doppeltes Spiel: Szene aus „Tamerlano“
(Foto: Felix Grünschloss)
Barockoper heißt immer auch Bühnenzauber. Im 18. Jahrhundert wollte man im Theater nicht nur spektakuläre Stimmen hören, sondern auch die neuesten Bühneneffekte sehen. Bei der Eröffnung der 48. Internationalen Händel-Festspiele Karlsruhe lässt der Regisseur Kobie van Rensburg in „Tamerlano“ Teppiche fliegen und Elefanten über die Bühne schreiten. Die Leinwand wird zum Bühnenbild, das Bluescreen-Verfahren zum Zauberkasten. Aber auf Dauer ermüden die digitalen Kunststückchen. Dem über vierstündigen Abend fehlt der szenische Fokus und die Unmittelbarkeit. Zum eigentlichen Zauberer wird der im Sitzen dirigierende René Jacobs. Was er mit dem Freiburger Barockorchester im Orchestergraben kreiert, ist weniger effektgetrieben, sondern vielschichtig und differenziert.
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