Anti-Impf-Kampagne

Kommentar

Woher kommt das Misstrauen gegendas deutsche Gesundheitswesen?

Anti-Impf-Kampagne

In der Corona-Krise und der Impfdebatte wurde von Beginn an mit harten Bandagen gekämpft, und wer als Überzeugungsgegner oder aus handfesten politischen Interessen heraus alle staatlichen Maßnahmen ablehnt, schreckt gegebenenfalls auch vor Halb- und Unwahrheiten nicht zurück, um seine Verschwörungstheorien zu verbreiten.

Vor diesem Hintergrund sehen sich nun namhafte Mediziner aus der Region – von der Hausärztin über den Leiter der Medizinischen Klinik im Mühlacker Krankenhaus bis zum Chefarzt der Helios-Kinderklinik in Pforzheim – gezwungen, in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Gesundheitsamt gegen die Legendenbildung im Zusammenhang mit der Corona-Impfung mobil zu machen. Derweil wundert sich der Autor, der weder Arzt noch Behördenchef oder Gesundheitspolitiker ist, woher dieses Misstrauen gegen das öffentliche Gesundheitswesen kommt. Wenn Skeptiker noch nicht einmal ihrem Hausarzt vertrauen, fragt er sich, wo lassen sie sich dann behandeln? Oder lehnen sie ärztliche Hilfe generell ab?

Es gibt nicht allein die Schulmedizin, und gegen natürliche Alternativen ist nichts zu sagen, aber bislang ist jeder Versuch, die Pandemie mit Heilkräutern oder Protestplakaten aus der Welt zu schaffen, gescheitert. Die Mehrheit, die nicht an einen Geheimzirkel glaubt, in dem sich neben Bill Gates und Angela Merkel gleich noch Hausarzt Müller von nebenan verschworen hat, ist dagegen überzeugt, dass eine breite Impfkampagne die wirksamste Waffe gegen das Virus ist. Hier Ängste zu schüren mit einer Mischung aus krudem Halbwissen und haltlosen Verdächtigungen, bringt niemanden weiter.

Seite 13