Wie eine Wahl die Ministerien in Unruhe versetzt

Baden-Württemberg

Wahlen spülen regelmäßig neues Personal in Ministerien. Das bringt Unruhe in den asketischen Alltag der Beamten, die im mählichen Fluss der Zeit ihr staatserhaltendes Amt versehen.

Das Innenministerium an der Stuttgarter Willy-Brandt-Straße gilt als Bastion der Christdemokraten.

Das Innenministerium an der Stuttgarter Willy-Brandt-Straße gilt als Bastion der Christdemokraten.

(Foto: imago images/Arnulf Hettrich)

Der 1998 verstorbene Soziologe Niklas Luhmann erlangte als Vertreter der Systemtheorie wissenschaftlichen Ruhm. 2016 erschien aus dem Nachlass ein kleines Büchlein mit dem Titel „Der neue Chef“. Luhmann hatte vor dem Beginn seiner Hochschulkarriere in der niedersächsischen Landesverwaltung berufspraktische Erfahrungen gewinnen können. Hin und wieder, so heißt es in dem Suhrkamp-Bändchen, bekomme eine Behörde einen neuen Chef. „Man fühlt die Nervosität auf den Fluren der Ministerien, wenn die Wahlresultate bekanntwerden und ein neues Regime in Aussicht steht.“ Die Arbeit setze dann fast aus, weil niemand recht wisse, was zu erwarten sei, „und man findet für eine Weile in Gerüchten eine Art Ersatzsicherheit“.

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