Wie Grafeneck erhalten werden kann
Baden-Württemberg
Auf der Schwäbischen Alb startete die NS-Diktatur den bürokratischen Massenmord, der dann ganz Europa erfasste. Die Gedenkstätte bedarf einer Sanierung. Blamiert sich das Land?
Die Gedenkstätte Grafeneck: Übernimmt das Land?
(Foto: dpa)
Die Zeit läuft. Bis zum Ende dieses Jahres muss ein Sanierungskonzept für die Gedenkstätte Grafeneck stehen. Sonst verfallen Zuschüsse des beim Kanzleramt angesiedelten Kulturbeauftragten der Bundesregierung – und damit die Gelegenheit für die Zukunftssicherung des wichtigsten Ortes der NS-Erinnerungskultur in Baden-Württemberg. Laut einer Feststellung des Landgerichts Tübingen aus Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg ermordeten NS-Ärzte und deren Helfer auf dem Areal nahe dem Landesgestüt Marbach auf der Schwäbischen Alb 10 654 Menschen; dies innerhalb eines Jahres. Es handelte sich um Patientinnen und Patienten aus Behinderteneinrichtungen – staatlichen sowie privaten – im damaligen Württemberg, Baden, Hohenzollern sowie Bayern und Hessen. Sie wurden 1940 in einer Scheune nahe dem ehemaligen Jagdschloss der württembergischen Herzöge mit Kohlenmonoxid vergast und nach ihrem elendigen Sterben in eigens herangebrachten Öfen eingeäschert. Es handelte sich um den Auftakt des bürokratisch organisierten Massenmords in Deutschland und Europa.
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