So stoppen wir das Artensterben
Baden-Württemberg
Der Naturschutz hat gerade nirgendwo in der Politik große Priorität. Es gibt zu viele andere Probleme. Doch in Baden-Württemberg versucht man schon seit 15 Jahren, an den Ursachen anzupacken. Geht es den Wildtieren hier also besser als anderswo?
Ein Lichtblick: Zum ersten Mal seit rund 200 Jahren gibt es in diesem Jahr im Südwesten wieder Nachwuchs bei wild lebenden Luchsen, und das gleich bei zwei Paaren (im Bild sind Tiere des Wildparkes Pforzheim zu sehen). In anderen Bereichen geht der Naturschutz aber eher vor die Hunde.
(Foto: Wildpark Pforzheim)
Manchmal hat selbst Johannes Enssle, der Chef des Nabu-Landesverbandes, einen echten Durchhänger: Lohnt sich der ganze Huddel noch, wenn doch wieder eine Streuobstwiese gerodet wird und wenn es nach der neuesten Zählung schon wieder weniger Brutpaare beim Auerhuhn gibt? Manche Politiker würden ihm mittlerweile ganz offen sagen, dass der Naturschutz gerade keinerlei Bedeutung habe, erzählt Enssle. Was zähle, sei Wirtschaft, Wirtschaft und nochmals Wirtschaft. „Putin und Trump haben dem Naturschutz den Stecker gezogen“, so der Naturschützer. Das Fazit lautet derzeit: Klimaschutz geht allen eher auf die Nerven. Und beim Artensterben haben viele sowieso nie wirklich erkannt, welche Bedrohung daraus erwächst. Es sei doch egal, wenn es ein paar Tierarten weniger gebe. Nur Not bestäuben wir halt die Apfelbäume wie die Chinesen per Hand.
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