Neue Feinde bremsen Buchsbaumzünsler
Baden-Württemberg
Der Buchsbaumzünsler frisst fleißig weiter, doch nun mischen neue Fressfeinde mit. Experten verraten, was gerade Sache ist und welche Folgen das für den Buchsbaum hat.
Die jahrelange Zünsler-Invasion blieb nicht ohne Folgen.
(Foto: Bernd Weissbrod/dpa/Bernd Weissbrod)
Von red/dpa
Dem Buchsbaumzünsler, einem von Gärtnern viel gehassten Buchsbaumhecken-Vernichter, geht es an den Kragen - dank neuer Fressfeinde. Das Problem wird kleiner, wie die Nabu-Gartenexpertin Aniela Arnold sagt. „So haben etwa Haussperlinge, Kohlmeisen und Wespen die proteinreichen Raupen als Nahrungsquelle entdeckt.“ Damit entwickelten sich allmählich natürliche Feinde dieser gefräßigen Schmetterlingsraupe, die sich seit vielen Jahren invasiv ausbreitet.
„Seitdem sich die heimische Tierwelt auf den Buchsbaumzünsler spezialisiert hat, nimmt der Befall an Buchsbäumen deutlich ab“, erklärt auch Joana Gasper, Referentin für Landschaftsgärten beim Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (Gala). Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg fördern nach Worten eines Sprechers daher beispielsweise das Vorkommen von Meisen gezielt, um die Zahl der Zünsler-Raupen zu reduzieren.
Nabu: Neuer Fressfeinde sind eine gute Nachricht
Das Auftauchen neuer Fressfeinde sei eine gute Nachricht, betont Nabu-Expertin Arnold. Der Buchsbaum sehe nicht nur gut aus, sondern sei auch nützlich, in einigen Gegenden heimisch und damit Teil der biologischen Vielfalt. „Er dient verschiedenen Insektenarten als Nahrungsquelle, gerade auch früh im Jahr fliegenden.“
Lange Zeit hatte die Raupe Nimmersatt keine Fressfeinde - und ihre rasante Ausbreitung über die Jahre Folgen: Zwar sei der Buchsbaum immer noch beliebt, weil er sich gut in Form schneiden lasse, sagt Gala-Referentin Gasper. Aber die Nachfrage nehme ab seit dem massenhaften Auftreten des Zünslers. Auch in historischen Gärten oder Parkanlagen würden Buchsbäume gegen andere sogenannte Formgehölze ausgetauscht.
Andere Gehölzarten als Alternative
Die Staatlichen Schlösser und Gärten etwa testen im Weikersheimer Schlossgarten seit vielen Jahren andere Gehölzarten als Alternative, aber: „Im Grunde ist Buchs nicht zu ersetzen“, wie der Sprecher sagt. Man versuche, die Raupen abzusammeln oder sie mit scharfem Wasserstrahl zu entfernen - und man setze nun auch auf die Meisen.
Der Buchbaumzünsler stammt ursprünglich aus China; die Raupe frisst ausschließlich am Buchsbaum. Sie kann erhebliche Schäden verursachen. Wenn man sie nicht konsequent von den befallenen Büschen absammelt oder mit Insektiziden bekämpft, können verheerende Schäden entstehen. Hecken und Büsche werden von dem Schädling kurz und klein gefressen und sterben ab.