Darum trainieren Hunderte Soldaten auf Straßen im Südwesten

Baden-Württemberg

Statt auf dem Truppenübungsplatz trainieren Hunderte Soldaten bei einer Großübung in verschiedenen Regionen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Fragen und Antworten.

Soldaten der Bundeswehr. (Symbolfoto)

Soldaten der Bundeswehr. (Symbolfoto)

(Foto: Jens Kalaene/dpa/Jens Kalaene)

Von red/dpa

Militärfahrzeuge auf den Straßen, Soldaten auf dem Rhein: Rund 850 Bundeswehr-Angehörige trainieren noch bis Donnerstag bei einer Großübung der Truppe in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Etwa 200 Soldatinnen und Soldaten üben dafür seit heute bei Speyer (Rheinland-Pfalz) das Übersetzen über den Rhein mit einer Schwimmbrücke - inklusive Fahrzeugen.

Die Übung der Feldjäger heißt „Orange Road“, benannt nach der Waffenfarbe der Militärpolizei der Bundeswehr. Dabei geht es unter anderem um das Absichern von militärischen Fahrzeugkolonnen auf öffentlichen Straßen und den Umgang mit modernen Bedrohungen wie Drohnen. 

Die Feldjäger führen solche Großübungen laut Bundeswehr bis zu zweimal im Jahr in Bayern, Baden-Württemberg oder Thüringen durch. Daran beteiligen sich stets unter anderem auch Polizei und Rettungsdienste.

Was bedeutet das für Bürgerinnen und Bürger?

Das Besondere an der Übung ist, dass Soldaten und Militärfahrzeuge in der Öffentlichkeit deutlich sichtbar sind, wie die Bundeswehr schreibt. Insgesamt sind sechs Städte und ihre Regionen betroffen: Speyer, Mannheim, Heidelberg, Bruchsal, Kehl und Karlsruhe. Allerdings sind keine Sperrungen öffentlicher Bereiche geplant. Auch für die Überquerung des Rheins sind keine Einschränkungen für die zivile Schifffahrt geplant.

Darf ich Militärfahrzeuge grundsätzlich überholen?

Ja, allerdings nur die Kolonne als Ganzes. Kolonnen gelten demnach als „ein Fahrzeug“ und dürfen daher zusammenbleiben - an Ampeln, Kreisverkehren und Kreuzungen. Es ist verboten, nur einen Teil der Kolonne zu überholen und dann einzuscheren. Daher sei überholen in der Regel nur auf mehrspurigen Straßen oder Autobahnen möglich, schreibt die Bundeswehr.

Üben die Soldatinnen und Soldaten mit scharfer Munition?

Nein. Die Truppe übt laut Bundeswehr mit Manövermunition. Dabei handelt es sich um Munition ohne Projektil - beziehungsweise Platzpatronen.