Winterreifen erkennen - Alle Merkmale im Überblick

Wissen

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Winterreifen schnell erkennen und außerdem geben wir Ihnen einen Überblick, wie sich die verschiedenen Reifenarten unterscheiden.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie Winterreifen erkennen und was Sie sonst noch über die verschiedenen Reifentypen wissen sollten.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie Winterreifen erkennen und was Sie sonst noch über die verschiedenen Reifentypen wissen sollten.

Von Matthias Kemter

Inhalt:

Seit dem 01. Januar 2018 (§ 36 Abs. 4.2 StVZO) müssen Winterreifen mit dem Alpine-Symbol(auch 3PMSF-Symbol genannt) auf der Flanke gekennzeichnet werden, wodurch das Erkennen von Winterreifen sehr einfach geworden ist. Allerdings gilt bis zum 30. September 2024 noch eine Übergangsfrist für die sogenannten M+S Reifen(Matsch und Schnee), die vor dem 01. Januar 2018 produziert worden sind.

Winterreifen erkennen

Der Grund für die Einführung des Alpine-Symbols ist, dass das ältere M+S-Zeichen, welches früher für die Einordnung von Winterreifen ausreichte, rechtlich nicht geschützt ist und die Reifen-Hersteller das Zeichen somit frei benutzen konnten. Mit dem Alpine-Symbol sind nun auch Mindestanforderungen für die Reifen bei winterlichen Bedingungen definiert, wie zum Beispiel ein maximaler Bremsweg auf Schnee.

Winterreifen erkennen: Seit dem 01.Januar 2018 ist das Alpine-Symbol (auch 3PMSF-Kennzeichen genannt) auf Winterreifen Pflicht. Foto: YegoeVdo22 / Shutterstock.com

Natürlich gibt es noch weitere Unterschiede bei Winterreifen:

- Mehr Profilrillen und Lamellen

Winterreifen erkennen Sie auch daran, dass diese deutlich mehr Profilrillen und Lamellen (kleine Rillen in den Profilblöcken) haben. Dadurch wird die Drainagewirkung des Reifens erhöht, da sich das Gummi beim Fahren so besser bewegen kann. Als Folge kann sich Eismatsch und Schnee besser vom Reifen lösen. Das Profil von Winterreifen ist außerdem vermehrt keilförmig angeordnet, was ebenfalls die Drainage erhöht.

- Eine weichere Gummimischung

Da das Gummi von Autoreifen bei Kälte härter und bei warmen Temperaturen weicher wird, haben Winterreifen eine weichere Gummimischung als Sommerreifen. Wird das Gummi bei Kälte nämlich zu hart, verringert sich die Straßenhaftung der Reifen. Umgekehrt ist das allerdings auch der Fall, wenn die Gummimischung zu weich ist. Fährt man zum Beispiel mit den weichen Winterreifen im Sommer bei hohen Temperaturen, ist der Bremsweg länger als bei kalten Temperaturen.

- Höhere Profiltiefe

Winterreifen haben außerdem ein tieferes Profil als Sommerreifen. Zwar sollte nach (§ 36 Abs. 3 StVZO) ein Autoreifen im Allgemeinen (Winterreifen und Sommerreifen) mindestens eine Profiltiefe von 1,6 mm haben, allerdings kann dies vor allem bei Winterreifen als deutlich zu gering beurteilt werden. Deswegen empfiehlt der ADAC eine Mindestprofiltiefe bei Sommerreifen von 3 mm und bei Winterreifen von 4 mm.

Ab wann Winterreifen?

Wann man mit Winterreifen fahren muss, ist in § 2 Abs. 3a der Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt. Ein genaues Datum ist hier allerdings nicht zu finden, stattdessen wird die Nutzung von Winterreifen im Straßenverkehr erst mit den entsprechenden Witterungsbedingungen wie Glatteis oder Schneeglätte zur Pflicht. Als grobe Faustregel für Winterreifen gilt jedoch von O bis O (Oktober bis Ostern). Alle Infos zur Winterreifenpflicht finden Sie hier: Ab wann Winterreifen - Ein Überblick

Sommerreifen erkennen

Sommerreifen müssen nicht speziell gekennzeichnet werden. Fehlt also das Alpine-Symbol, kann der Reifen in der Regel für den Sommer benutzt werden. Eine Ausnahme sind Reifen mit dem M+S-Zeichen, die vor dem 01. Januar 2018 produziert worden sind. In diesem Fall handelt es sich nämlich um einen Winterreifen, der bis zum 30. September 2024 gefahren werden darf.

Übrigens: Das Reifenalter erkennen Sie an den letzten 4 Ziffern der DOT-Kennzeichnung auf dem Reifen. Die Altersangabe ist dabei von einem ovalen Kreis umrandet. Die ersten beiden Zahlen stehen für die Kalenderwoche und die letzten beiden Zahlen für das Jahr der Herstellung.

Außerdem haben Sommerreifen im Gegensatz zu Winterreifen meist keine bzw. sehr wenige Lamellen und besitzen mehr Bandstrukturen (grade Profilrillen).

Lesen Sie auch: Wie lange darf man einen Reifen fahren?

Allwetterreifen bzw. Ganzjahresreifen erkennen

Ganzjahresreifen stellen einen Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen dar. Allerdings bedeutet ein Kompromiss zwischen den beiden Reifentypen immer auch einen Kompromiss bei der Sicherheit im Vergleich zu einem qualitativ hochwertigen Winterreifen. So sind zum Beispiel die für die Drainagewirkung wichtigen Lamellen bei Ganzjahresreifen insgesamt deutlich reduziert oder befinden sich nur im mittleren Bereich des Profils. Auch die Gummimischung ist in der Regel härter als bei Winterreifen.

Das Unterscheiden von Winter- und Ganzjahresreifen ist nicht ganz einfach, da es keine einheitliche Kennzeichnung für Ganzjahresreifen gibt. Das Alpine-Symbol auf der Flanke gibt an, dass der Ganzjahresreifen ebenfalls im Winter zugelassen ist, da dieser die Mindestanforderungen für winterliche Bedingungen erfüllt. Die Hersteller nutzen zur Erkennung von Ganzjahresreifen oft eigene Kennzeichnungen, wie zum Beispiel "4Seasons" oder "CrossClimate".

Lesen Sie hier weiter: Auto winterfest machen - Die Checkliste

Artikel empfehlen