Affe Punch hat eine Freundin - Ein neues Kapitel im Zoo

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Affenbaby Punch aus Japan, bekannt durch seinen Stoffaffen, hat nun sogar eine echte Freundin gefunden. Mehr dazu hier.

Affenbaby Punch aus Japan, bekannt durch seinen Stoffaffen, hat nun sogar eine echte Freundin gefunden. Alles über seine berührende Geschichte und die Makaken.

Affenbaby Punch aus Japan, bekannt durch seinen Stoffaffen, hat nun sogar eine echte Freundin gefunden. Alles über seine berührende Geschichte und die Makaken.

(Foto: Reddit)

Von Matthias Kemter

Die Geschichte des kleinen Makakenaffen Punch hat weltweit Herzen berührt. Vom Außenseiter im Zoo bis hin zum Internet-Star mit einem Stoffaffen als Begleiter. Punchs Leben war bisher alles andere als gewöhnlich. Doch nun gibt es eine neue Wendung in seiner Geschichte. Punch hat eine echte Freundin gefunden.

Punchs schwieriger Start ins Leben

Punch, ein Javaneraffe (Gattung Makaken), lebt im Ichikawa City Zoo bei Tokio in Japan. Sein Leben begann mit Herausforderungen, denn seine Mutter hat ihn nach der Geburt im Juli 2025 verstoßen. Auch die anderen Affen im Gehege wollten nichts mit ihm zu tun haben. Weil Punch nicht angenommen wurde, mussten Tierpfleger eingreifen und ihn per Hand aufziehen, damit er nicht verhungert. Später setzten die Pfleger Punch wieder in die Makakengruppe. Doch dort begann das nächste Problem. Er wurde geschlagen, verscheucht und teils grob behandelt. Der Grund: Weil seine Mutter ihn nicht großgezogen hat, fehlte Punch die frühe „Sozialschule“. Ohne diese kann ein Jungtier bei anderen schnell anecken.

Plüsch-Orang-Utan als Ersatzmutter

Um Punch zu beruhigen, gaben ihm die Tierpfleger einen braunen Orang-Utan aus Stoff. Das Tier klammerte sich sofort daran. In vielen Videos ist zu sehen, wie Punch das Kuscheltier umarmt, dessen Arme um sich legt oder Schutz sucht, wenn andere Makaken ihn bedrängen. Der Plüsch-Orang-Utan wurde für Punch sein ständiger Begleiter und eine Art Ersatzmutter. Die traurigen Szenen, in denen Punch von den anderen Affen weggestoßen wurde, wurden von Zoobesuchern gefilmt und im Internet geteilt. Schnell wurde Punch ein Internet-Star, und Millionen Menschen verfolgten sein Schicksal.

Foto: Sana Muhy Ud Din / Shutterstock.com

Ein neues Kapitel: Momo-chan

Doch nun scheint sich das Blatt für den kleinen Makaken gewendet zu haben. Wie Videos in sozialen Medien und Berichte des Zoos zeigen, hat Punch eine Freundin gefunden. Die beiden Affen sind immer wieder dabei zu beobachten, wie sie kuscheln, sich umarmen und liebevoll das Fell des anderen pflegen. Diese Entwicklung wird von den Zoowärtern als großer Fortschritt gewertet. Der Zoodirektor Shigekazu Mizushina erklärte, dass Punch das Plüschtier inzwischen nur noch selten nutze, was ein gutes Zeichen sei. Nachts schläft er jedoch weiterhin mit seinem Kuscheltier. Die wichtigste Aufgabe der Zoowärter sei es nun, Punch dabei zu helfen, die Regeln der Affengesellschaft zu lernen und von seinen Artgenossen akzeptiert zu werden, so Kosuke Kano, einer der Betreuer.

Warum Punchs Mutter ihn verstoßen hat

 

 

 

 

Punchs schwieriger Start ins Leben begann mit einer komplizierten Geburt. Diese führte dazu, dass seine Mutter keine Bindung zu ihm aufbauen konnte. Normalerweise klammern sich Makakenbabys direkt nach der Geburt an das Fell ihrer Mutter, um Sicherheit zu spüren und soziale Signale zu lernen. Doch bei Punch blieb diese erste Kontaktphase aus. Stress, der in Gefangenschaft oft höher ist als in freier Wildbahn, verstärkte das Problem. Ohne diese Bindung erkannte seine Mutter ihn nicht als ihr Junges an und ließ ihn unbeachtet.

Warum der Fall Punch berührt

Makaken teilen einen Großteil ihrer Gene mit dem Menschen. Sie zeigen Nähe, suchen Trost und reagieren sensibel auf Ausgrenzung. Viele Menschen erkennen in Punch Verhaltensweisen, die sie aus eigenen Erfahrungen kennen. Das Gefühl, nicht dazuzugehören, Schutz bei Vertrautem zu suchen. Doch jenseits der Emotion bleibt die nüchterne Erklärung: Eine schwierige Geburt, Stress in Gefangenschaft und fehlende frühe Bindung haben dazu geführt, dass Punch ohne mütterliche Fürsorge aufwuchs, mit spürbaren Folgen für seine soziale Entwicklung. Ob er dauerhaft seinen Platz in der Gruppe findet, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Für den Moment sind es vorsichtige, kleine Schritte und ein Stoff-Orang-Utan, der ihm noch immer Sicherheit gibt.