Tui stockt Flüge auf: „Aktuell verlagert sich die Nachfrage spürbar“
Wirtschaft
Türkei und Ägypten bleiben gefragt, doch die Nachfrage verschiebt sich. Tui reagiert mit Zusatzflügen nach Mallorca und Griechenland. Was Urlauber wissen müssen.
Blick auf den Strand Playa de Palma: Die Sonneninsel Mallorca liegt hoch im Kurs bei deutschen Urlaubern.
(Foto: Clara Margais/dpa)
Von Jonas Schöll
Während der Krieg im Nahen Osten den internationalen Flugverkehr in der Golfregion stark beeinträchtigt, gibt Deutschlands größter Reiseveranstalter für die klassischen Urlaubsziele Entwarnung. „Urlaub in der Türkei und in Ägypten ist nach wie vor gefragt und findet regulär statt“, erklärt Anja Braun, Pressesprecherin von Tui Deutschland auf Anfrage unserer Redaktion.
Die Türkei zähle generell zusammen mit Mallorca und Kreta zu den beliebtesten Zielen der Tui-Gäste, so Braun. Ägypten punkte gerade jetzt zu Ostern mit seinen warmen Temperaturen und der vergleichsweise kurzen Flugdauer. Beide Destinationen werden von Tui weiterhin ohne Einschränkungen angeboten.
Nachfrage verlagert sich deutlich nach Europa
Anders sieht es im Nahen Osten aus: „Urlauber, die eine Reise in die Region gebucht haben, können diese gebührenfrei umbuchen oder stornieren“, sagt die Tui-Sprecherin. Allerdings relativiert sie: „Die Region Emirate ist im beginnenden Sommerprogramm ab 29. März 2026 generell nicht besonders gefragt, da die Temperaturen am Golf doch eher sehr hoch sind.“
Der Nahost-Konflikt beschleunigt einen Trend, der sich bereits abgezeichnet hatte: „Aktuell verlagert sich die Nachfrage spürbar in Richtung Europa“, bestätigt Anja Braun. Nach aktuellen Buchungsanalysen entfallen im Sommer 2026 rund 75 Prozent der Tui-Reisen auf europäische Ziele – ein erneuter Zuwachs gegenüber dem Vorjahr.
68 Zusatzflüge für April
Besonders beliebt seien die klassischen Mittelmeerregionen wie Mallorca, Antalya, Kreta, Rhodos und Kos sowie die Kanarischen Inseln. Auf diese gestiegene Nachfrage reagiert der Konzern nun mit konkreten Maßnahmen.
So hat Tui kurzfristig die Kapazitäten für besonders gefragte Sonnenziele in Spanien und Griechenland aufgestockt. „Insgesamt starten 68 Tui-fly-Zusatzflüge nach Mallorca, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, Kreta und Rhodos“, so die Sprecherin.
Die zusätzlichen Verbindungen sollen bereits im April starten und noch mehr Gästen eine Reise in die beliebten Destinationen ermöglichen – gerade rechtzeitig für die Osterferien, wenn viele Familien auf der Suche nach Sonne und Wärme sind.
Reisewarnungen und Buchungsrechte
Das Auswärtige Amt hat derzeit eine Reisewarnung für die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Jordanien und den Oman ausgesprochen. Diese gilt auch für Transitflüge über die Drehkreuze Dubai, Abu Dhabi und Doha. Bei offiziellen Reisewarnungen können Pauschalreisen kostenlos storniert werden.
Für die Türkei und Ägypten liegt keine Reisewarnung für die touristischen Regionen vor. Urlauber, die dennoch stornieren möchten, müssen in der Regel die regulären Stornogebühren zahlen – es sei denn, sie haben einen Flextarif gebucht.