So viel mehr könnte es 2027 geben

Wirtschaft

Auch im Jahr 2027 könnten die Renten nach einer neuen Prognose ordentlich steigen. So viel mehr könnte es geben.

Die Renten sollen auch 2027 wieder steigen.

Die Renten sollen auch 2027 wieder steigen.

(Foto: Marijan Murat/dpa-tmn/dpa)

Von Lukas Böhl

Für die mehr als 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland gibt es neue Zahlen zur Rentenerhöhung 2027. Das Bundesarbeitsministerium rechnet derzeit mit einem Anstieg der gesetzlichen Renten um 4,09 Prozent. Das geht aus dem Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2026 hervor, über den mehrere Medien am 3. November berichteten.

Bei einer monatlichen Bruttorente von 1.000 Euro würde die Erhöhung knapp 41 Euro zusätzlich bringen. Wer aktuell 1.500 Euro Rente erhält, könnte sich über gut 61 Euro mehr im Monat freuen. Allerdings steht die endgültige Höhe der Rentenanpassung noch nicht fest.

Rentenerhöhung 2027: Tabelle zeigt, wie viel Geld es mehr geben könnte

Wie sich eine Rentenerhöhung um 4,09 Prozent auf die monatlichen Bezüge auswirken würde, zeigt die folgende Tabelle. Grundlage ist jeweils die bisherige monatliche Bruttorente.

Die Erhöhung würde erst zum 1. Juli 2027 wirksam werden. Rentner würden die höheren Beträge somit für sechs Monate des kommenden Jahres erhalten. Bei einer bisherigen Bruttorente von 1.500 Euro wären das rechnerisch insgesamt 368,10 Euro zusätzlich im Jahr 2027. Ab 2028 würde sich die Erhöhung bei unveränderter Rentenhöhe über zwölf Monate auswirken.

Neue Prognose liegt unter bisherigen Erwartungen

Die neue Schätzung fällt etwas zurückhaltender aus als frühere Berechnungen. Noch im Sommer 2026 war für das kommende Jahr eine Rentenerhöhung von 4,4 Prozent erwartet worden. Inzwischen geht das Bundesarbeitsministerium nur noch von 4,09 Prozent aus.

Grund dafür sind veränderte Annahmen zur Lohnentwicklung. Denn wie stark die gesetzlichen Renten steigen, hängt wesentlich davon ab, wie sich die Löhne und Gehälter der Beschäftigten entwickeln. Steigen die Löhne weniger stark als erwartet, kann sich das auch auf die Rentenanpassung auswirken.

Zum Vergleich: Zum 1. Juli 2026 waren die gesetzlichen Renten um 4,24 Prozent angehoben worden. Sollte sich die aktuelle Prognose bestätigen, würde die Rentenerhöhung 2027 damit etwas geringer ausfallen als in diesem Jahr.

Wann steht die Rentenerhöhung 2027 endgültig fest?

Noch handelt es sich bei den 4,09 Prozent lediglich um eine vorläufige Schätzung. Die endgültige Rentenanpassung wird erst im Frühjahr 2027 festgelegt, wenn die notwendigen Daten zur Lohnentwicklung vorliegen.

Dass sich die Prognosen bis dahin noch verändern können, zeigte sich bereits bei der Rentenerhöhung 2026. Im Herbst 2025 war zunächst ein Plus von 3,73 Prozent erwartet worden. Tatsächlich stiegen die Renten zum 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent und damit deutlich stärker als ursprünglich angenommen.

Die endgültige Rentenerhöhung kann deshalb sowohl höher als auch niedriger ausfallen als derzeit geschätzt.

Wie viel bleibt von der Rentenerhöhung netto übrig?

Die in der Tabelle genannten Beträge entsprechen nicht automatisch dem zusätzlichen Geld, das Rentner später auf ihrem Konto haben werden. Von der gesetzlichen Bruttorente werden bei vielen Rentnern Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen. Je nach persönlicher Situation können außerdem Steuern anfallen.

Wie viel von der Rentenerhöhung tatsächlich übrig bleibt, hängt deshalb unter anderem vom Krankenversicherungsstatus, dem Pflegeversicherungsbeitrag und der individuellen Steuerpflicht ab.

Hinzu kommt die Inflation. Steigen die Verbraucherpreise, verliert das Geld an Kaufkraft. Nach den im Berichtsentwurf genannten Annahmen rechnet die Bundesregierung für 2027 mit einer Inflationsrate von drei Prozent. Sollte gleichzeitig die Rente um 4,09 Prozent steigen, ergäbe sich rechnerisch ein realer Zuwachs von rund einem Prozent. Entscheidend ist allerdings, wie stark die Preise tatsächlich steigen.

Rentenbeiträge könnten ab 2028 deutlich steigen

Der Entwurf des Rentenversicherungsberichts enthält auch neue Prognosen zur Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung. Demnach soll der Beitragssatz für Beschäftigte und Arbeitgeber 2027 zunächst stabil bei 18,6 Prozent bleiben.

Ab 2028 wird dagegen mit einem Anstieg auf 19,7 Prozent gerechnet. Bis 2030 könnte der Beitragssatz auf 20 Prozent klettern. Auch hierbei handelt es sich um Vorausberechnungen, die sich noch ändern können.