Zverev bricht Interview nach Fragen zu Gewalt-Vorwürfen ab

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Nach seinem Sieg bei den French Open wird Tennisprofi Alexander Zverev mit älteren Gewalt-Vorwürfen konfrontiert. Nach kurzer Zeit entgegnet er: „Ich denke, wir sollten aufhören.“

Alexander Zverev nach seinem Sieg bei den French Open.

Alexander Zverev nach seinem Sieg bei den French Open.

(Foto: Emma Da Silva/AP/dpa)

Von red/dpa

French-Open-Sieger Alexander Zverev hat ein Interview mit der renommierten Sportzeitung „L’Équipe“ dem Medium zufolge nach Fragen rund um frühere Vorwürfe häuslicher Gewalt abgebrochen. Angesprochen darauf, dass es im Pressesaal in Paris Diskussionen um ältere Vorwürfe gegen ihn gebe, sagte der deutsche Tennisprofi demnach: „Warten Sie, erstens ist das nicht diese Art von Interview. Und wissen Sie zweitens, dass bewiesen wurde, dass die Anschuldigungen falsch sind?“ Das Management des Spielers reagierte auf eine dpa-Anfrage zu besagtem Interview zunächst nicht.

Eine Ex-Freundin hatte dem Spitzensportler Körperverletzung vorgeworfen. Ein Prozess in Berlin wurde im Juli 2024 gegen eine Geldauflage von 200.000 Euro ohne Urteil eingestellt. Dem war eine außergerichtliche Einigung der beiden Seiten vorausgegangen. Mit der Zustimmung zur Zahlung einer Geldauflage ist kein Schuldeingeständnis verbunden. Zverev gilt weiterhin als unschuldig.

Eine weitere ehemalige Freundin hatte ihm häusliche Gewalt vorgeworfen. Der Spieler wies die Vorwürfe von sich. Zu einem Gerichtsverfahren war es in der Causa nicht gekommen. 

Zverev hatte am Sonntag das Finale der French Open gegen den Italiener Flavio Cobolli gewonnen und damit den ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere geholt.

Zverev: „Ich denke, wir sollten aufhören“

„L’Équipe“ sprach Zverev tags darauf zunächst auf den Zwischenruf einer Zuschauerin mit Bezug zu den Vorwürfen bei den Australian Open 2025 an und fragte, ob er Angst hatte, dass sich dies in Paris wiederhole. Zverev verneinte. Auf die Frage, ob er es unfair finde, dass die Medien das Thema weiterhin aufgriffen, antwortete der Spieler dem Blatt zufolge nicht.

Dass die Sportzeitschrift erstmals seit Jahren nicht ihre ganze Seite eins dem French-Open-Sieger widmete, kommentierte Zverev mit: „Das ist nicht meine Entscheidung.“ Als der Tennisprofi schließlich nach seinem Programm für die nächsten Wochen gefragt wurde, entgegnete er der Zeitung zufolge: „Ich weiß es nicht. Ich denke, wir sollten aufhören. Das ist besser.“

Die „L’Équipe“ selbst erklärt ihr Vorgehen in dem zum Interview gestellten Beitrag ausführlich. Man habe ein Unbehagen rund um den Sieg Zverevs wahrgenommen. „Für uns war es offensichtlich: Wir könnten ihn nicht zu seinem Sieg interviewen (...), ohne ihn auch mit den Zweifeln und Vorbehalten eines Teils des Publikums und der Medien zu konfrontieren.“