USA und Australien setzen vor Wahl konsularische Dienstleistungen in Brasilien aus

Politik

Zwei Tage vor der Präsidentschaftswahl setzen die USA und Australien ihre Konsulardienste in Brasilien aus. Beide nennen Sicherheitsbedenken als Grund.

Wahlkampf in Brasilien: Der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva (M.), der sich um die Wiederwahl bewirbt, schwenkt während einer Wahlkampfveranstaltung eine brasilianische Fahne. Die Wahl findet am 4. Oktober statt.

Wahlkampf in Brasilien: Der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva (M.), der sich um die Wiederwahl bewirbt, schwenkt während einer Wahlkampfveranstaltung eine brasilianische Fahne. Die Wahl findet am 4. Oktober statt.

(Foto: Silvia Izquierdo/AP/dpa)

Zwei Tage vor der Präsidentschaftswahl in Brasilien haben die USA und Australien ihre konsularischen Dienstleistungen in dem südamerikanischen Land ausgesetzt. Die US-Botschaft in Brasilien erklärte am Freitag, die Maßnahme erfolge „aufgrund von Sicherheitsbedenken“, nannte jedoch keine Einzelheiten. Die australische Botschaft teilte mit, aus demselben Grund geschlossen zu bleiben.

In Brasilien finden am Sonntag Präsidentschaftswahlen statt. Der Wahlkampf ist angesichts knapper Umfragen von massiver Anspannung geprägt. Aktuellen Umfragen zufolge zeichnet sich zwischen dem linksgerichteten Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und einem seiner Herausforderer, dem Senator Flávio Bolsonaro, in einer möglichen Stichwahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Einer Umfrage von Donnerstagabend zufolge kommt Lula derzeit auf 48 Prozent der Stimmen, Bolsonaro auf 45 Prozent.

Lula warnt Trump vor Einmischung in Wahlen

US-Präsident Donald Trump ist ein enger Verbündeter von Brasiliens rechtsextremem Ex-Staatschef Jair Bolsonaro und dessen Sohn Flávio. Am Donnerstag erklärte Trump, er verfolge die Wahl in Brasilien „sehr genau“. Lula hat Trump hingegen davor gewarnt, sich in die Wahlen „einzumischen“. Der brasilianische Generalstaatsanwalt Jorge Messias forderte zudem eine Untersuchung von Vorwürfen, wonach das Weiße Haus Regierungsgelder nutze, um in Brasilien eine „rechtsextreme Agenda“ zu fördern.

Am Donnerstag hatte ein verdächtiger Rucksack vor dem Obersten Gerichtshof in Brasília Angst vor Gewalt ausgelöst. Nach einer intensiven Sprengstoff-Prüfung des vor dem Gericht abgestellten Gepäckstücks schloss die Polizei jedoch eine Bombengefahr aus. Der Oberste Gerichtshof ist wegen der Verurteilung von Jair Bolsonaro wegen eines geplanten Putsches nach seiner Wahlniederlage 2022 massiven Anfeindungen seitens dessen Anhängerschaft ausgesetzt.