UN-Büro besorgt über israelische Übergriffe in Syrien

Politik

Parallel zum Südlibanon, wo Israel eine Pufferzone gegen Angriffe der Hisbollah errichten will, sind israelische Truppen auch in Syrien aktiv – mit Folgen für die Zivilbevölkerung.

Pufferzone bei der Stadt Madschdal Schams in der Nähe der sogenannten Alpha-Linie, welche die von Israel kontrollierten Golanhöhen von Syrien trennt (Archivfoto).

Pufferzone bei der Stadt Madschdal Schams in der Nähe der sogenannten Alpha-Linie, welche die von Israel kontrollierten Golanhöhen von Syrien trennt (Archivfoto).

(Foto: Matias Delacroix/AP/dpa/Matias Delacroix)

Von red/KNA

Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen hat sich besorgt über israelische Übergriffe im Süden Syriens geäußert. Zunehmend gebe es Berichte, nach denen israelische Truppen im Rahmen ihrer Militäroperationen auch dort das Leben der Bevölkerung gefährdeten, sagte ein Sprecher am Dienstag in Genf. In der Provinz Quneitra seien durch die Streitkräfte Kontrollpunkte errichtet und Zivilisten inhaftiert worden. Einwohner sprächen von zunehmenden Schikanen, Verhören, Hausdurchsuchungen und Bewegungsbeschränkungen.

Der Sprecher des Menschenrechtsbüros, Thameen Al-Kheetan, verwies weiter auf Informationen, denen zufolge Israel im Februar chemische Substanzen auf landwirtschaftlichen Flächen versprüht und syrischen Bauern den Zugang zu ihren Feldern verwehrt haben soll. Auch habe es Beschuss gegeben.

Israel führt derzeit eine großangelegte Militäroperation im Libanon durch. Auch die östlich gelegenen syrischen Gebiete sind von strategischer Bedeutung. Die eigentlich zu Syrien gehörenden Golanhöhen, an deren Grenze Quneitra liegt, stehen faktisch schon seit dem Sechstagekrieg 1967 unter israelischer Kontrolle. Bereits im Nachgang des Sturzes von Syriens Machthaber Baschar al-Assad im Dezember 2024 weitete Israel seine militärische Aktivität in der Region aus.

Israel inhaftiert Syrer

Nach Angaben syrischer Behörden, auf die das UN-Büro verweist, nahm das israelische Militär seit dem Sturz Assads im Süden Syriens mindestens 250 Menschen fest, darunter auch Kinder. 50 Personen seien weiterhin in Haft, einige seien in Gefängnisse im von Israel besetzten syrischen Golan gebracht worden. Dies gebe Anlass zur Sorge, dass Israel willkürlich Personen inhaftiere oder verschwinden lasse.

Als besorgniserregend bezeichnete Al-Kheetan auch das Vorhaben der israelischen Regierung, die völkerrechtswidrigen Siedlungen im besetzten syrischen Golan auszubauen. Berichten zufolge sollen dort weitere 3.000 israelische Familien angesiedelt werden.