Rattengift, K.o.-Tropfen, Playstation ‒ das ändert sich im April

Panorama

Für Lachgas und K.o.-Tropfen gibt es neue Einschränkungen. Außerdem will die Bundesregierung Wucher an der Zapfsäule entgegen treten sowie Gesundheit und Wallboxen fördern.

Ein Rattengiftverbot kommt pünktlich zum Beginn der Fortpflanzungsperiode der Nager.

Ein Rattengiftverbot kommt pünktlich zum Beginn der Fortpflanzungsperiode der Nager.

(Foto: David Davies/PA Wire/dpa/David Davies)

Von Michael Maier

Eine erste Maßnahme der Bundesregierung wegen der stark gestiegenen Spritpreise tritt im April in Kraft – scheint sich allerdings eher kontraproduktiv auszuwirken. Außerdem übernimmt die Krankenkasse nun die Kosten der Lungenkrebsfrüherkennung und Sony hebt die Preise für die Playstation 5 an. Das ändert sich im April für Bürger und Verbraucher sonst noch:

Rattengiftverbot ab 26. April

Ein von der EU initiiertes Verkaufsverbot für Rattengift greift voraussichtlich ab 26. April in Deutschland. Die Verwendung ist aber übergangsweise noch bis in den Herbst hinein erlaubt.

Da sich die Nager in der warmen Jahreszeit verstärkt fortpflanzen, sollte man sich jetzt schleunigst bevorraten. Zum 1. Juli 2026 endet im Übrigen auch die so genannte „befallsunabhängige Dauerbeköderung“. Experten befürchten deswegen eine Rattenplage in manchen Kommunen.

TVöD-Tariferhöhung ausgebremst

Rund 925.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst erhalten ab dem 1. April im Prinzip 2,8 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 100 Euro. Die Erhöhung gilt für 15 Bundesländer, Hessen verhandelt separat.

Allerdings dürfte sich die Auszahlung noch verzögern, bis die Redaktionsverhandlungen zum Tarifvertrag abgeschlossen sind. Die Gewerkschaft verdi hat deswegen bereits einen Protestbrief an BW-Finanzminister Bayaz gerichtet.

Diesel in Stuttgart für 2,79 Euro – Spritpreisbremse floppt

Ab dem 1. April dürfen Tankstellen die Preise nur noch einmal am Tag anheben und zwar mittags um 12.00 Uhr. Preissenkungen bleiben jederzeit erlaubt. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 100.000 Euro. Führen soll dies theoretisch dazu, dass es weniger kurzfristige Preissprünge an den Zapfsäulen gibt. In der Realität kam es vor allem zu exorbitanten Preiserhöhungen – Diesel kostete in Stuttgart zeitweise 2,79 Euro.

Blitzermarathon vom 13. bis 19. April

Vom 13. bis 19. April findet bundesweit die „Speedweek“ mit verstärkten Radarkontrollen statt. Höhepunkt der Aktionswoche gegen Raser ist dieses Jahr am 15. April.

Bessere Früherkennung von Lungenkrebs

Menschen mit starkem Zigarettenkonsum haben ein hohes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Wer viel raucht oder in der Vergangenheit über einen langen Zeitraum viel geraucht hat, kann sich ab April einer Lungenkrebsfrüherkennung unterziehen. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt dann die Kosten.

Lachgas und K.O.-Tropfen

Distickstoffmonoxid, auch bekannt als Lachgas, ist bislang frei erhältlich. Bei Einatmen sorgt es für einen kurzen Rausch und wird deshalb zunehmend als Partydroge genutzt. Auch die Stoffe Gamma-Butyrolacton (GBL) und 1,4-Butandiol (BDO), die als sogenannte K.O.-Tropfen in Getränke gemischt werden können, sind frei erhältlich, etwa über das Internet. Ab dem 12. April wird die Abgabe an Minderjährige sowie der Versandhandel verboten.

USB-C-Ladeanschluss für Laptops

Wie bereits bei Smartphones müssen auch Laptops künftig über einen Ladeanschluss über USB-C verfügen. Die entsprechende EU-Vorgabe greift ab dem 28. April. In den 27 Mitgliedstaaten neu verkaufte tragbare Computer müssen dann über die Schnittstelle verfügen.

Telekom erhöht Preise für Internetbestandskunden

Die Telekom erhöht die Preise für manche Bestandskunden mit Festnetzinternetverträgen. Betroffen sind Verträge für den Tarif MagentaZuhause L, die vor April 2023 geschlossen wurden. Sie verteuern sich um zwei Euro pro Monat. Nach Angaben der Telekom sind diese Bestandstarife damit aber weiterhin günstiger als für Neukunden.

Sony verteuert die PS5

Die Playstation 5 verteuert sich zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres. Der japanische Hersteller Sony hebt die Preise in Europa um 100 Euro, die Konsole kostet künftig je nach Modell zwischen 600 und 900 Euro. Auch das Playstation Portal, ein Controller-Zubehör mit Bildschirm, mit dem Spiele über eine Internetverbindung aus der Ferne gespielt werden können, verteuert sich um 30 Euro.

Förderung von E-Autoladesäulen in Mehrparteienhäusern

Der Bund hat ein Förderprogramm für den Bau von E-Autoladesäulen für Mehrparteienhäuser aufgelegt. Ab dem 15. April können Förderanträge eingereicht werden. Der Förderbetrag beläuft sich auf 1300 Euro pro Stellplatz ohne Wallbox, 1500 Euro mit Wallbox und 2000 Euro pro Ladepunkt, der bidirektionales Laden ermöglicht.

Deutschland wäre aber nicht Deutschland, wenn es dabei keine bürokratischen Hürden gäbe: Grundvoraussetzung für den Erhalt der Förderung ist, dass mindestens 20 Prozent der vorhandenen Stellplätze eines Mehrparteienhauses und mindestens sechs Stellplätze elektrifiziert werden.

Mit Agenturmaterial