Karazor und Jablonski: Alles halb so wild

VfB

2024 stellte der Final-Schiedsrichter den VfB-Kapitän zu Unrecht vom Feld. Heute können beide darüber lachen.

Von David Scheu

Stuttgart - Mit dem Schiedsrichter des anstehenden Pokal-Endspiels zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern verbindet Atakan Karazor eine besondere Vorgeschichte. Im September 2024 hatte Sven Jablonski den VfB-Kapitän im Spiel beim VfL Wolfsburg (2:2) mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen (63.) – fälschlicherweise, wie die Fernsehbilder zeigten: Karazor war nämlich gar nicht der Übeltäter gewesen, sondern von seinem Gegenspieler Maximilian Arnold gefoult worden.

Zurückgeblieben ist aber nichts. Inzwischen können beide über die Szene schmunzeln – wie kürzlich beim gemeinsamen Aufeinandertreffen, als es am Rande des Pokal-Handovers in Berlin zu einem kurzen Austausch kam. „Als wir uns gesehen haben, war es ziemlich amüsant“, berichtete Karazor im Podcast „Kicker Meets DAZN“. Man habe sich auf Anhieb gut verstanden und auch kurz über die Situation von damals geredet. „Er hat mir gesagt, dass er sich noch sehr gut an die Aktion erinnert und dass es für ihn zu hundert Prozent danach aussah, als ob ich Arnold treffe.“ Diesen Eindruck habe man live auf dem Feld auch haben können, so Karazor.

Heute könnte sich eine solche Situation übrigens nicht mehr wiederholen: Inzwischen darf der Videoassistent nämlich anders als damals bei Gelb-Roten Karten eingreifen, wenn es sich um eine klare Fehlentscheidung handelt. Karazor befürwortet die erweiterten VAR-Befugnisse in diesem Fall: „Dass sich das jetzt geändert hat, ist doch top. Es wird bestimmt viele Aktionen retten.“

Für den VfB und seinen Kapitän nahm der Nachmittag damals in Niedersachsen übrigens noch ein versöhnliches Ende durch den 2:2-Ausgleichstreffer in Unterzahl in der Nachspielzeit. „Im Endeffekt ist es doch schön, dass man über so eine Situation dann lachen kann“, so Karazor: „Ich bin ihm heute auch gar nicht böse – sondern eher zufrieden, dass es dann am Ende relativ gut noch ausgegangen ist. Deshalb war es alles halb so wild. Ich habe jetzt einen neuen guten Schiedsrichter-Freund gefunden. Es ist eine schöne gemeinsame Geschichte.“