Die vielen Folgen eines Titelgewinns

VfB

Im Finale um den DFB-Pokal geht es für den VfB nicht nur um einen Titel mit enormer Strahlkraft, sondern auch um Millionen-Einnahmen.

Von David Scheu

David Scheu Stuttgart - Das Ziel ist klar: Der VfB Stuttgart will im Endspiel um den DFB-Pokal am Samstag (20 Uhr) gegen den FC Bayern in der Außenseiterrolle überraschen – und die Trophäe nach dem Sieg im vergangenen Jahr gegen Arminia Bielefeld (4:2) zum zweiten Mal nacheinander nach Bad Cannstatt holen. Ein Sieg im Berliner Olympiastadion hätte aber neben der Titelverteidigung noch weitere Folgen, die bis in die neue Saison hineinwirken. Ein Überblick. Die Strahlkraft Klar, der Großteil der Mannschaft hat den DFB-Pokal schon einmal gewonnen. Gerade der Erfolg im Vorjahr verdeutlichte aber, welches enorme emotionale Kapital so eine Trophäe für den Verein bringt – weit über den Endspiel-Tag hinaus: Der VfB tourte im Sommer 2025 mit dem Pokal als Fotomotiv durch Baden-Württemberg, brachte einen Film zum Triumph auf die Kinoleinwand und erhielt monatelang bundesweite Erwähnungen als Titelverteidiger. Im Zusammenwirken mit dem Einzug in die Champions League hätte das Ganze dieses Mal fraglos eine besondere Wucht und Strahlkraft. Und: Einige Spieler im Kader gibt es ja auch, für die ein Sieg am Samstag der erste Titelgewinn mit dem VfB wäre – namentlich die Neuzugänge des vergangenen Sommers, die vor einem Jahr noch nicht für die Stuttgarter spielten. Etwa Bilal El Khannouss, Tiago Tomas, Chema oder Lorenz Assignon. Die Prämien Ein Sieg in der Hauptstadt Berlin rechnet sich auch finanziell. Eine Prämie von 2,88 Millionen Euro vom DFB ist dem VfB Stuttgart für den Einzug ins Finale bereits sicher, im Erfolgsfall würden nochmals 1,44 Millionen Euro hinzu kommen. Unabhängig davon ist die Pokalsaison für die Stuttgarter schon jetzt eine lukrative Sache: Auf seinem Weg ins Endspiel hat der Verein in Summe 9,45 Millionen an Prämien eingenommen. Der Supercup Gewinnt der VfB am Samstagabend, qualifiziert er sich direkt für das nächste Finale gegen die Münchener Bayern: das um den Supercup. In dem nach Franz Beckenbauer benannten Wettbewerb trifft stets der amtierende Meister eine Woche vor dem Start in die neue Saison auf den Pokalsieger. Sollten die Bayern diese Saison das Double holen, würde der Vizemeister Borussia Dortmund anstelle der Stuttgarter als Gegner nachrücken. Auch in dieser einen Partie winkt wieder viel Geld. In den vergangenen Jahren zahlte die Deutsche Fußball-Liga (DFL) dem Verlierer rund zwei Millionen Euro, während der Gewinner drei Millionen erhielt. Sicher ist zudem: Sollte der VfB Stuttgart um den Supercup spielen, hätte das terminliche Verschiebungen zur Folge. Das Finale ist für den 22. August an einem Samstagabend angesetzt – an jenem Wochenende, an dem die Erstrunde-Spiele des DFB-Pokals stattfinden. Die beiden Teilnehmer des Supercups bestreiten diese dann eineinhalb Wochen später am 1. September (Dienstag) oder 2. September (Mittwoch) – und haben damit eine zusätzliche englische Woche im Vergleich zur Konkurrenz zu absolvieren. Schon jetzt ist klar, dass der VfB in der nächsten Saison zehn Mal im Drei-Tages-Rhythmus unter der Woche spielen wird: achtmal auf internationaler Ebene und zweimal in der Bundesliga. Der Europapokal Der Gewinner des DFB-Pokals hat einen Startplatz in der Europa League sicher – was für den VfB Stuttgart vor einem Jahr höchst relevant war, da man als Neunter der Bundesliga die Qualifikation verpasst hatte. Dieses Mal ist die Lage eine andere: Durch den Einzug in die Champions League als Vierter hat der Ausgang des Endspiels für den VfB in puncto Europa keine Relevanz. Für andere Mannschaften ist die diesjährige Final-Paarung indessen bedeutend. Da sowohl der VfB als auch der FC Bayern bereits für den internationalen Wettbewerb qualifiziert sind, geht der Europa-League-Startplatz des Pokalsiegers zurück an die Bundesliga – wo es zwei Profiteure gibt. Den Sechsten Bayer Leverkusen, der in der kommenden Saison Europa League statt Conference League spielt. Und den Siebten SC Freiburg, der die Teilnahme an der Conference League sicher hat. Sollten die Breisgauer an diesem Mittwoch (21 Uhr) gegen Aston Villa die Europa League gewinnen, gehen sie 2026/27 als fünfte deutsche Mannschaft in der Champions League an den Start. In diesem Fall würde kein Bundesligist in der Conference League spielen.