Vatikan-Insider enthüllt Roms Geheimnisse

Mühlacker

Leserreise: Die Ewige Stadt ist das Ziel einer Gruppe des Mühlacker Tagblatt, die während eines fünftägigen Aufenthalts auch exklusive Einblicke erhält. Ein bekannter Autor und Journalist teilt Wissen, das in keinem Reiseführer steht. Der Papst spendet seinen Segen.

Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Höhepunkt der Reise: Papst Leo XIV. ist den Menschen auf dem Petersplatz ganz nah. Fotos: Christina Wetzel/privat

Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Höhepunkt der Reise: Papst Leo XIV. ist den Menschen auf dem Petersplatz ganz nah. Fotos: Christina Wetzel/privat

Von Christina Wetzel

Mühlacker/Rom. Rom, die Ewige Stadt, ist ein Ort, an dem selbst das Licht von Geschichten und Geschichte zu berichten scheint. Diesen Eindruck werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Leserreise des Mühlacker Tagblatt vielleicht nicht ewig, aber doch für lange Zeit in sich tragen.

Schon früh am Morgen traf sich die Reisegruppe des Mühlacker Tagblatt am Flughafen Stuttgart – bereit für fünf unvergessliche Tage in Rom. Schon am ersten Abend stand ein Treffen mit Andreas Englisch auf dem Programm, einem Journalisten, der sich auf die Berichterstattung aus dem Vatikan spezialisiert hat. Er führte die Teilnehmenden mitten hinein in die Geschichten, Geheimnisse und Stimmungen Roms. Die Signierstunde sollte den Prolog darstellen für die kommenden intensiven Tage und bildete einen perfekten Start für die Reise, die der Gruppe aus dem Schwabenland nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern auch das pulsierende Leben der Stadt näherbringen würde.

Zu Gast im Petersdom mit Andreas Englisch, einem ausgewiesenen Kenner.

Zu Gast im Petersdom mit Andreas Englisch, einem ausgewiesenen Kenner.

Andreas Englisch hat sich als Vatikan-Journalist und Bestsellerautor einen Namen gemacht. Seit 1987 lebt er in Rom und berichtet über Päpste, Wunder und natürlich auch über die eine oder andere Intrige in der katholischen Kirche. Seine große Stärke ist die Leidenschaft, mit der er selbst komplexe Vorgänge spannend und lebendig erzählt. Er spricht nicht wie ein distanzierter Journalist, sondern wie jemand, der seit Jahrzehnten mitten in dieser Welt steht. Seine Geschichten sind spontan, humorvoll und überraschend offen und menschlich. Aktuell betreibt er den Podcast „Vatikan Geflüster“, der die Hörerinnen und Hörer unmittelbar in den Bann zieht.

Englisch sollte der Gruppe erhalten bleiben. Am folgenden Tag führte er in den „Palazzo Colonna“. Dieser Palast gilt als wahres Juwel des römischen Barocks und beherbergt eine herausragende private Kunstsammlung mit Werken unter anderem von Tintoretto, Vanvitelli und Carracci. Für die Leserinnen und Leser des Mühlacker Tagblatt wurden die Türen speziell geöffnet, obwohl die Räume gewöhnlich nur samstags begehbar sind.

Eintauchen in die barocke Pracht des Palazzo Colonna.

Eintauchen in die barocke Pracht des Palazzo Colonna.

Mit seiner lebendigen Erzählweise berichtete Englisch von den Geheimnissen des Hauses Colonna sowie den Geschichten, die sich hinter den Mauern dieses imposanten Adelssitzes verbergen. Die Schönheit des Palazzo begeisterte die Reisenden, strahlt doch jeder Raum, jedes Detail und jede Perspektive eine Pracht aus, die beinahe sprachlos macht. Ein Gruppenfoto sollte hier keinesfalls fehlen – wie in dem Filmklassiker „Ein Herz und eine Krone“, dessen berühmte Schlussszene einst auf den Stufen des großen Saals im Palazzo gedreht wurde.

Nach dem Mittagessen setzte die Gruppe die Besichtigung mit einem Besuch des Petersdoms fort. Auch hier stand Andreas Englisch als Insider für alle Fragen zur Verfügung und reihte sich ebenfalls in die Warteschlange ein. Durch seine lebendigen Geschichten und Anekdoten verging die Zeit wie im Flug.

Warten am Petersdom – das Ausharren lohnt sich.

Warten am Petersdom – das Ausharren lohnt sich.

Bereits beim Betreten der Basilika St. Peter, wie der Petersdom offiziell heißt, war die beeindruckende Atmosphäre spürbar. Besonders die berühmte „Pietà“ von Michelangelo zog zahlreiche Besucher in ihren Bann. Zwischen den imposanten Säulen und Altaren befinden sich viele der Papstgräber, darunter auch jenes von Johannes Paul II. Für viele wurde zudem die Erinnerung an die Trauerfeier für Papst Franziskus im vergangenen Jahr wieder lebendig – ein Augenblick der Stille kehrte ein. Aber der Tag war damit noch nicht beendet. Nach der Verabschiedung von Andreas Englisch bot der Abend einen weiteren Höhepunkt: Die Vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle öffneten exklusiv für 80 Teilnehmer von „Mondial Tours“ außerhalb der normalen Öffnungszeiten. Auch hier handelt es sich um einen echten Publikumsmagneten: Rund 30000 Menschen besuchen täglich das Museum. Der Besuch der Sixtinischen Kapelle, insbesondere die Betrachtung der berühmten Deckengemälde Michelangelos und die Erläuterung des Konklaveraums, in dem die Kardinalsversammlung zur Papstwahl stattfindet, bildeten neben den beeindruckenden Kunstwerken den Höhepunkt der Führung.

Der dritte Tag begann früh am Morgen auf dem Petersplatz. Gemeinsam mit rund 35000 Gläubigen wartete die Gruppe auf die Generalaudienz von Papst Leo XIV. Der Papst hielt seine Ansprache in mehreren Sprachen und spendete seinen Segen. Dieser Moment, nah am Heiligen Vater und inmitten eines international zusammengesetzten Publikums, dürfte vielen sicher als der feierlichste Augenblick der gesamten Reise in Erinnerung bleiben, tief berührend und unvergesslich.

Nach dem Segen des Papstes setzte die Gruppe ihren Weg durch die Straßen Roms fort. Begleitet wurde die Gruppe nun vom römischen Stadtführer Riccardo, der mit viel Wissen und einer angenehmen Ruhe durch die Stadt führte. Die Route führte zur Piazza Navona, von dort zum Pantheon und schließlich zum Trevibrunnen, bevor der Tag an der Spanischen Treppe seinen Abschluss fand. Müde und gleichzeitig überwältigt von den Eindrücken kehrten die Reisenden ins Hotel zurück.

Die Reisegruppe bei ihrem Besuch auf der Engelsburg.

Die Reisegruppe bei ihrem Besuch auf der Engelsburg.

Auch der letzte Tag war vollgepackt mit spannenden Programmpunkten, nur das Wetter spielte dieses Mal nicht mit. Bei strömendem Regen machte sich die Gruppe auf den Weg zur Engelsburg. Ursprünglich errichtet als Mausoleum für den römischen Kaiser, wurde sie später unter anderem als Festung, Gefängnis und Zufluchtsort für verschiedene Päpste genutzt. Heute ist sie ganzjährig zu besichtigen und bietet einen beeindruckenden Blick über die Dächer Roms und der Vatikanstadt. Auch hier entstand ein einzigartiges Foto, das den besonderen Moment festhielt.

Im Anschluss teilte sich die Gruppe auf, ein Teil entschied sich, aufgrund des anhaltenden Regens ins Hotel zurückzukehren. Die meisten Teilnehmenden zeigten sich tapfer und nutzten die Zeit, um das Kolosseum sowie das Forum Romanum zu besichtigen. Auch das Ende der Reise war ein außergewöhnliches Highlight: Am Nachmittag fanden sich alle wieder zusammen, und ein Besuch bei der Schweizer Garde bildete den Abschluss des Programms. Die Schweizer Garde, die als persönliche Leibwache des Papstes dient, gewährt normalerweise keinen Zutritt zu ihrem inneren Bereich. Doch die Gruppe erhielt eine exklusive Sonderführung und durfte Bereiche sehen, die sonst niemandem gezeigt werden.

Übungseinheit mit der „Schweizer Garde“.

Übungseinheit mit der „Schweizer Garde“.

Die Bilanz aller Beteiligten lautet: Diese Reise sei in jeder Hinsicht einzigartig und außergewöhnlich gewesen. Die Eindrücke und Begegnungen hätten sie zu einem Erlebnis gemacht, das lange nachwirke. Ein großer Dank geht an den Veranstalter „Mondial Tours“ für die hervorragende Organisation. Und Andreas Englisch als heimlicher Star der Reise sei nicht genug zu würdigen. Er habe nicht nur berührt, sondern in der Gruppe viele neue Fans gewonnen.