Junge Generation darf kräftig mitmischen

Mühlacker

Aktionen sollen Jugendliche im Enzkreis für Politik begeistern. Die Bandbreite reicht vom gemeinsamen Pizzabacken bis zum Pub-Quiz, von der Party bis zur Graffiti-Aktion: In Mühlacker lassen sich drei Partner einiges einfallen, um Jugendliche für Politik zu begeistern.

Stadtjugendreferentin Nathalie Pavan, Jugendreferentin Lena Oberlader vom BDJK und Stefan Schmidt vom Jugendring (v.li.) freuen sich auf die „Mitmischbar“. Foto: Roller

Stadtjugendreferentin Nathalie Pavan, Jugendreferentin Lena Oberlader vom BDJK und Stefan Schmidt vom Jugendring (v.li.) freuen sich auf die „Mitmischbar“. Foto: Roller

Von Nico Roller

Mühlacker. Eines stellen die Verantwortlichen direkt klar: Eine klassische Podiumsdiskussion auf der Bühne wird es nicht geben. Stattdessen planen sie Formate, die ungezwungen und niederschwellig sind, die ein Kennenlernen und einen lockeren Austausch von Meinungen ermöglichen, immer auf Augenhöhe, immer respektvoll.

Bei der „Mitmischbar“ soll Politik für Jugendliche und junge Erwachsene erlebbar werden: ohne Druck, ohne Filter, ohne vorherige Anmeldung. Fünf Tage lang, vom 2. bis zum 6. Februar, will man jungen Leuten aus der Region im Mühlacker Jugendhaus ProZwo die Möglichkeit geben, untereinander, mit Politikern und Kandidaten aus der Region ins Gespräch zu kommen, auch und gerade mit Blick auf die Landtagswahl, bei der am 8. März alle ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben dürfen.

„Demokratie lebt vom Mitmachen“, sagt Stefan Schmidt, Vorsitzender des Enzkreis-Jugendrings, der das Format mit dem hiesigen Dekanatsverband des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDJK) auf die Beine stellt, unterstützt von der Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Mühlacker. Für alle Beteiligten ist es eine Premiere, auf die sie sich sehr freuen. „Wir lassen es einfach auf uns zukommen“, sagt Nathalie Pavan. Die Stadtjugendreferentin hofft, dass man mit der Aktion viele junge Menschen dazu motivieren kann, sich eine eigene Meinung zu bilden und am 8. März zur Wahl zu gehen. Vier Landtagskandidaten haben bereits angekündigt, zu einzelnen Veranstaltungen vorbeizukommen: Stefanie Seemann (Grüne), Professor Dr. Erik Schweickert (FDP), Nico Gunzelmann (CDU) und Michael Hofsäß (SPD). Wer wann vor Ort ist, geben die Organisatoren rechtzeitig im Internet bekannt. Ziel ist es, die Kandidaten so oft wie möglich aktiv in das Programm einzubinden, damit die Jugendlichen mit ihnen unkompliziert, ungezwungen und auf Augenhöhe ins Gespräch kommen können.

Etwa bei der Auftaktveranstaltung, bei der am Montag, 2. Februar, ab 16 Uhr als „Eisbrecher“ gemeinsam Pizza gebacken wird. Oder am Freitag, 6. Februar, wenn um 15 Uhr aus Klemmbausteinen das entstehen soll, was die Gesellschaft braucht. Im Austausch mit den Kandidaten sollen die jungen Menschen sagen können, was ihnen wichtig ist, was sie sich von der Politik und für die Zukunft wünschen.

Lena Oberlader vom BDKJ weiß, dass bei gemeinsamen Aktivitäten eher ein Gespräch entsteht, dass man vielleicht gemeinsame Interessen entdeckt oder zufällig auf Themen kommt, die einem unter den Nägeln brennen. Ziel ist es, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich die Jugendlichen trauen, den Kontakt zu den Kandidaten zu suchen: in einem etwas geschützteren Umfeld abseits von Schule, Noten und Leistungsdruck. Gleichzeitig will man einen Begegnungsraum eröffnen, in dem sich junge Menschen austauschen können, respektvoll und ohne Wertung. Sie sollen sehen, dass es in demokratischen Prozessen nicht darum geht, nur die eigenen Bedürfnisse durchzusetzen, sondern das Beste für die Allgemeinheit zu schaffen.

Deswegen wollen Oberlader und ihre Kollegen die Jugendlichen dazu animieren, sich zu engagieren, etwa in Vereinen oder in der Kirche. Den Organisatoren ist es wichtig, den Prozess konstruktiv zu begleiten, denn sie wissen, dass Jugendliche sich freuen, wenn sie mit ihrer Meinung ernst genommen und gehört werden. Obwohl man als Zielgruppe vor allem Über-16-Jährige im Blick hat, freut man sich auch über jüngere Jugendliche, die Interesse an Politik haben.

Das Programm hat man bewusst so gestaltet, dass für jeden etwas dabei ist. Am 3., 4. und 5. Februar sollen Graffiti auf Holzplatten entstehen, immer unter professioneller Anleitung und zu Impulsfragen, auf die die Jugendlichen kreativ antworten sollen. Am 3. Februar werden um 13 Uhr bunte Muffins gebacken und um 15 Uhr Strategien gezeigt, mit denen man seine Stimme auch im digitalen Raum erheben kann. Am 4. Februar geht es in einem Workshop um Grundlegendes zur Landtagswahl, vermittelt von zwei Jugendlichen, die dafür von der Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung geschult wurden. Am 5. Februar ist um 16.30 Uhr die Landeszentrale für politische Bildung mit einem Pub-Quiz zu Gast. Den krönenden Abschluss bildet am 6. Februar ab 19 Uhr eine „Mitmischparty“ mit DJ Smoove One.

Das gesamte Programm gibt es im Internet unter: www.mitmischbar.de.