Katastrophe in Köln - So ist der neue "Tatort" mit Ballauf und Schenk

Kultur

Ihr neuer Fall „Die letzten Menschen von Köln“ führt die Kölner Kommissare Ballauf und Schenk in die Welt der Bunker und Prepper.

Gibt es in der Familie des Mordopfers Linus Markis ein dunkles Geheimnis? Die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, l) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, r) befragen seine Cousine Birgit Heitkamp.

Gibt es in der Familie des Mordopfers Linus Markis ein dunkles Geheimnis? Die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, l) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, r) befragen seine Cousine Birgit Heitkamp.

(Foto: WDR/BAVARIA FICTION/Thomas Kost)

Ironie des Schicksals: Während fünf Personen in einem unterirdischen Schutzraum den Untergang proben, weil die Stadt laut Szenario in Schutt und Asche liegt, wird oben drüber eine Weltkriegsbombe entschärft. Gut möglich, dass aus dem Spiel Wirklichkeit geworden ist, wenn die Gruppe an die Oberfläche zurückkehrt; immerhin sind sie, wie es der Übungsleiter formuliert, „die letzten Menschen von Köln“.

Survivalseminar im Untergrund

Die Rahmenbedingungen von Fall Nummer 96 für das Duo Ballauf und Schenk (Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär) sind also schon mal interessant. Zum Krimi wird der Film durch den obligaten Todesfall: Die Handlung beginnt um 4 Uhr morgens, Elara Schmidtke (Katharina Schüttler) ist schon vor dem Wecker wach. Lippenstift wäre angesichts des drohenden Weltuntergangs unpassend, aber ihre Nervosität hat andere Gründe: Sie kann ihren Bruder nicht erreichen. Linus wollte ebenfalls beim Survivalseminar mitmachen; seine Leiche wird entdeckt, während sich Elara und die anderen gerade in die Unterwelt begeben.

Das vielfach ausgezeichnete Ehepaar Eva und Volker A. Zahn (Grimme-Preis für „Ihr könnt euch niemals sicher sein“, 2009) hat schon einige bemerkenswerte Drehbücher für die Kölner Kommissare geschrieben. Ihre Geschichten zeichnen sich nicht zuletzt durch den regionalen Charakter aus, weil sie Ballauf und Schenk auch mal im Braunkohlegebiet („Abbruchkante“, 2023) oder, wie zuletzt, im Kölner Fernmeldeturm ermitteln lassen („Colonius“, 2025). Diesmal geht’s im Hintergrund um die „Jahrhundertflut“ vor fünf Jahren. Zu den Opfern damals gehörte auch die Mutter der Geschwister, wie sich schließlich herausstellt.

Plausible Verkettungen

Wie ihr Tod mit den aktuellen Ereignissen zusammenhängt und welche Rolle der Übungsleiter dabei gespielt hat, würde in der Nacherzählung konstruiert wirken; innerhalb der Handlung sind die Verkettungen völlig plausibel. Sehenswert ist der Krimi nicht zuletzt wegen der sorgfältigen Bildgestaltung (Ralph Kaechele), zumal die komplexe Handlung noch einige Überraschungen bereithält.

Tatort: Die letzten Menschen von Köln: Sonntag, 20.25 Uhr, ARD