Atmosphärischer Grusel mit Haken und Ösen bei der Spieltechnik

Digital

„Cthulhu: The Cosmic Abyss“ belebt eine faszinierende Horrorwelt wieder. Kann das neue Spiel mit packender Atmosphäre und kniffligen Rätseln überzeugen?

Die Tiefseewelt von „Cthulhu: The Cosmic Abyss“ ist atmosphärisch dicht und optisch gelungen.

Die Tiefseewelt von „Cthulhu: The Cosmic Abyss“ ist atmosphärisch dicht und optisch gelungen.

(Foto: Big Bad Wolf)

Von Lukas Jenkner

Der Cthulhu-Mythos, Anfang des 20. Jahrhunderts vom Horrorautor H. P. Lovecraft erfunden, ist heute fester Bestandteil der Popkultur. Andere Schriftsteller, darunter Grusellegende Stephen King, lassen sich inspirieren von den Erzählungen rund um die „Großen Alten“, monströse gottähnliche Wesen aus dem All, die in Wahrheit die Erde regieren, es gibt Comics darüber, so genannte „Pen&Paper-Rollenspiele“ – und natürlich Videospiele.

Andererseits: Zu einem regelrechten Massenphänomen ist der Cthulhu-Mythos über die Jahrzehnte dann auch nicht geworden. Zwar haben Videospiele wie „Alone in the Dark“ heute Kultstatus, unterm Strich bleiben die lovecraftschen Horrorvisionen aber eher was für Liebhaber.

„Cthulhu: The Cosmic Abyss“ begeistert mit Rätseln und Atmosphäre

Ob „Cthulhu: The Cosmic Abyss“ das Zeug hat zum Hit? Jüngst haben das Studio Big Bad Wolf und Publisher Nacon das Videospiel für alle wichtigen Plattformen veröffentlicht – und wer Abenteuer mit Rätseln ohne stressige Action in dichter Atmosphäre und optisch ansprechender Grafik mag, wird hier gut bedient.

Bereits der Ansatz macht neugierig: Während frühere Cthulhu-Spiele meist in der Zeit der 1930er Jahre spielen, in denen Lovecraft seine Geschichten geschrieben hatte, versetzt „The Cosmic Abyss“ die Handlung in die (ein bisschen) ferne Zukunft. Im Jahr 2053 macht sich der Ermittler Noah auf in eine Tiefseestation, in der die gesamte Crew spurlos verschwunden ist. Die Station wird von einer pulsierenden organischen Masse überwuchert, an den Wänden und auf den Boden finden sich Blutlachen und kryptische Zeichnungen.

Noah kämpft in der Tiefsee gegen den Wahnsinn

Der Spieler übernimmt die Rolle des Noah, bewegt sich in First-Person-Perspektive durch die Station und die Tiefsee, sammelt Hinweise, prüft Objekte, verknüpft Informationen und versucht, das Rätsel um das Schicksal der verschwundenen Crew zu lösen: Tückisch: Es gibt verschiedene Lösungswege, je nach Wahl verfällt Noah immer schneller dem Wahnsinn – ein wesentlicher Bestandteil des Cthulhu-Mythos.

Grafisch macht „Cthulhu: The Cosmic Abyss“ vieles richtig: Mit Bedacht platzierte Lichtquellen sorgen für beklemmende Atmosphäre, die wabernde Unterwasseroptik sorgt für zusätzliche Spannung. Optisch macht das neue Spiel viel Spaß, die Unterwasserstation verströmt gepflegte Steampunk-Stimmung.

Spielerisch geriert sich der jüngste Cthulhu-Ableger allerdings mitunter etwas sperrig. Das Studio Big Bad Wolf hat dem Spieler eine ganze Reihe von Hilfsmitteln an die Hand gegeben, die aber mitunter eher umständlich zu bedienen sind. Wer Gegenstände findet, kann sie von einer implantierten KI prüfen lassen und anschließend vergleichbare Items über ein Sonar in der Umgebung ausfindig machen. Dann gilt es jede Menge Mails zu lesen und Audionachrichten anzuhören, alle Hinweise können schließlich per Mindmapping verbunden werden, um ein Rätsel zu lösen.

Gerade das Mindmapping wirkt einerseits spannend, andererseits aber auch ein bisschen aufgesetzt. Denn meistens geht es dann doch in erster Linie darum, bestimmte Gegenstände zu finden, um sie an anderen Orten einzusetzen und die Handlung voranzutreiben.

In der Summe aber können Fans von Horroradventures mit starker Atmosphäre, spannender Geschichte und Rätseln bei „Cthulhu: The Cosmic Abyss“ gerne zugreifen. Das neue Spiel macht vor allem in dieser Hinsicht vieles richtig.

Cthulhu: The Cosmic Abyss ist erhältlich für Playstation, XBox und PC und kostet rund 50 Euro. Es gilt eine Altersbegrenzung von 18 Jahren.