Winfried Kretschmann warnt: „Nicht zu schnell und zu breit öffnen“

Baden-Württemberg

Winfried Kretschmann hat im Kampf gegen das Coronavirus vor übereilten Lockerungen des Lockdowns gewarnt. Zudem sprach sich der Ministerpräsident gegen Forderungen aus, den Inzidenzwert nicht mehr als wichtigsten Maßstab für Maßnahmen heranzuziehen.

Winfried Kretschmann warnt vor  übereilten Lockerungen. (Archivbild)

Winfried Kretschmann warnt vor übereilten Lockerungen. (Archivbild)

(Foto: Foto: dpa/Sebastian Gollnow)

Von red/dpa/lsw

Stuttgart - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat vor übereilten Lockerungen des Corona-Lockdowns gewarnt. Man dürfe „nicht zu schnell und nicht zu breit auf einmal öffnen“, sagte der Grünen-Politiker am Dienstagabend bei einer Veranstaltung der „Heilbronner Stimme“. „Das haben wir bei den Österreichern gesehen. Das führt zu Rückschlägen.“ Über weitere Öffnungen soll am 3. März die nächste Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) entscheiden.

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Kretschmann sprach sich auch gegen Forderungen aus, den sogenannten Inzidenzwert nicht mehr als wichtigsten Maßstab für Corona-Maßnahmen heranzuziehen. „Die Inzidenz ist die einzige handfeste Zahl, die wir haben.“ Er erinnerte daran, dass die Gesundheitsämter nur bei 50 Infektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in der Lage seien, die Kontakte nachzuverfolgen. Der Regierungschef versicherte aber zugleich, man gewichte auch andere Dinge, wie etwa die Belegung der Intensivbetten.

Kretschmann zeigte Verständnis dafür, dass der Lockdown den Menschen „auf den Zeiger“ geht. „Es treten jetzt natürlich Ermüdungserscheinungen ein.“ Allerdings sei dem Virus egal, „wie wir uns fühlen“. Er appellierte an die Menschen, sich weiter diszipliniert an die Corona-Regeln zu halten: „Jetzt nicht schlappmachen zum Schluss.“

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