Lösung im Streit um Rollstuhl-Rampe mit OB Palmer gefunden

Baden-Württemberg

Nach der Diskussion um die fehlende Barrierefreiheit bei der Tübinger Sportlerehrung gibt es nun doch eine Lösung. Die Veranstaltung wird kurzfristig verlegt.

Der Tübinger OB Boris Palmer und die Rollstuhl-Sportlerin Cary Hailfinger haben auf Facebook eine Debatte um Barrierefreiheit ausgelöst. (Archivfotos).

Der Tübinger OB Boris Palmer und die Rollstuhl-Sportlerin Cary Hailfinger haben auf Facebook eine Debatte um Barrierefreiheit ausgelöst. (Archivfotos).

(Foto: dpa/Axel Grundler)

Von Gülay Alparslan

Nach viel Kritik und einer emotionalen Debatte um Inklusion und Barrierefreiheit hat der Streit um die Tübinger Sportlerehrung offenbar ein versöhnliches Ende gefunden. Wie die Stadt Tübingen in einer aktuellen Pressemitteilung bekannt gab, wird die Veranstaltung, die am 30. Juni stattfinden soll, in den Marc-Kemmler-Saal der Tübinger Musikschule verlegt. Die Bühne ist dort über einen selbstständig bedienbaren Hublift vollständig barrierefrei erreichbar.

Auslöser der Debatte war die öffentliche Kritik der Parasportlerin Cary Hailfinger. Die Rollstuhlfahrerin hatte sich in den sozialen Medien darüber beschwert, dass sie bei der ursprünglich geplanten Ehrung in der Aula der Mensa Uhlandstraße nicht eigenständig auf die Bühne gelangen könne. Oberbürgermeister Boris Palmer hatte eine mobile Rampe zunächst unter anderem mit Verweis auf hohe Kosten und Platzprobleme abgelehnt. Daraufhin wurde bundesweit über Inklusion, Pragmatismus und Barrierefreiheit diskutiert.

Verlegung der Veranstaltung kostenfrei

Nun scheint eine Lösung gefunden, mit der alle Beteiligten leben können. Laut Stadt war die Verlegung der Veranstaltung kostenfrei möglich und entspricht auch dem Wunsch der betroffenen Sportlerin.

Möglich wurde die neue Lösung auch durch den Tübinger Bachchor. Laut Stadt erklärte sich dessen Leiter, Ingo Bredenbach, bereit, mit seinem Ensemble an einen anderen Ort auszuweichen, damit die Sportlerehrung in der Musikschule stattfinden kann. „Mein großer Dank gilt allen, die in den vergangenen Tagen fieberhaft nach einer guten Lösung gesucht haben“, erklärt Bürgermeisterin Gundula Schäfer-Vogel laut der Pressemitteilung. Schäfer-Vogel führte die Gespräche mit der Sportlerin, während Palmer im Urlaub war.

Die Stadt kündigte außerdem an, gemeinsam mit möglichen Spendern an langfristigen Lösungen für barrierefreie Veranstaltungsorte in Tübingen arbeiten zu wollen.